01.09.2010

Heute sind wir 8 Wochen alt geworden! Herrchen meinte, jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Ja ernst wurde es gestern tatsächlich. Anstatt zu feiern, hat uns wieder diese Tierärztin zwischengenommen. Zwischengenommen ist der falsche Ausdruck. Sie ist total nett und ist ganz behutsam mit uns umgegangen. Von oben bis unten hat sie uns durchgecheckt. Sie war sehr zufrieden mit uns allen. Auch die Hoden sind bei allen Jungs abgestiegen, wie sie meinte. Klar, was denn sonst? Dann wurden die Gewichte nochmal überprüft. Sie lagen bei stolzen 5,5 - 7 kg.

Dann hat sie so ein weißes Röhrchen hervorgeholt, mit einem langen, spitzen, dünnen Metallteil vorne dran und hat damit in unserem Nacken herumgefummelt. Bei dem ein oder anderen hat es einen kleinen Piecks gegeben. Die meisten haben gar nichts gespürt. Frauchen war superstolz auf uns!

Nachmittags wurden wir dann nochmal geräuschmäßig auf die Probe gestellt. Auf dem Spielplatz nebenan wurden irgendwelche metallischen Spielgeräte auf und abgebaut, mit lautem Gesäge, Gehämmere und Getöse. Aber uns kann ja nichts schocken!

 

02.09.2010

Heute kam die Zuchtwartin zur Wurf- und Zuchtstättenabnahme. Frauchen und Herrchen waren stolz, dass die Zuchtstätte mit "Vorbildlich" bewertet wurde. Sie ist sauber und mit vielen Umweltreizen versehen. Sie befand zudem, dass die Welpen alle aufgeschlossen und in einem sehr guten Ernährungszustand sind. Auch unsere Mama wurde begutachtet. Sie befand, dass sie die ganzen Strapazen mit uns sehr gut überstanden hat und sich in einem hervorragenden Zustand befindet und auch gut genährt ist. Mit uns waren dass doch keine Strapazen! Das nennt man Mutterglück, wo wir doch alle immer sooo lieb sind! OK, wir ärgern manchmal die Mama, aber auch nur ein bisschen.

Dann kamen wir einzeln an die Reihe. Jeder musste bei ihr auf den Schoß und wurde von vorne bis hinten genau durchgemustert. Das heißt sie hat uns von oben bis unten einfach so begrapscht, bis hin zu den heiligen Teilen von uns Jungs. Aber sie war mit uns allen sehr zufrieden. Es gab keinerlei Beanstandungen.

Danach haben die Zweibeiner eine Essenspause eingelegt. Das heißt wir mussten zuschauen, wie sie sich was unter die Nase schoben, während wir hungrig an der Umzäunung standen. Hey, wir sind zuerst dran! Wie wir sollen uns noch gedulden? Wir sind noch im Wachstum und brauchen besonders viel Nahrung, im Gegensatz zu Euch! Habt ihr noch nie was von "F.d.H." gehört? Das stände Euch allen ganz gut, anstatt hier kleine wehrlose Welpen schmachten zu lassen!

Stattdessen hieß es, wir müssen vorher noch den Verhaltensbeurteilungstest durchlaufen. Es kam wieder jeder einzeln von uns an die Reihe. Einer der ersten Testaufgaben war, wie gut wir auf Fremdpersonen zugehen und ihnen folgen. Tja, was bildet sich diese Frau eigentlich ein, erst begrapscht sie uns, dann sorgt sie noch dafür, dass uns das Futter verweigert wird und dann wunder sie sich, dass wir nicht mehr alle spontan auf sie zukommen. Da konnte sie noch so nett locken. Wir streiken! Vision ist so weit gegangen, dass sie in die Sandkiste abgewandert ist, und es sich dort gemütlich gemacht hat und eingeschlafen ist. Wir anderen, bis auf Amaze (der Verräter), haben uns erst einmal anderen interessanten Dingen zugewendet.

Ganz anders ist es, wenn Frauchen uns ruft, dann sind wir natürlich sofort da, schließlich will jeder sie zuerst begrüßen. Auch bei den ganzen netten Besuchern, die in den letzten Wochen bei uns waren, um mit uns zu spielen und toben. Ätsch! Außerdem steht auch schon in der Rassebeschreibung, dass wir mehr auf unsere Bezugspersonen fixiert sind und nicht einfach so mit jedem Wildfremden mitgehen. Trotzdem hat letztlich jeder von uns eine gute Bewertung bekommen.

Zum Schluss hat uns die Zuchtwartin noch zum Spielen animiert. Da haben wir beschlossen, dass sie ja eigentlich doch ganz nett ist und sie hat von uns noch das ein oder andere "Bussi" erhalten. Wir haben sie ja doch lieb!

Abends hat Mama mit uns Wettrennen durch den Agilitytunnel gespielt. Das war ein Spaß! Als uns so langsam die Puste ausging, wartete sie, bis Frauchen durch ein Telefonat abgelenkt war. Da hat sie die Gelegenheit genutzt und uns mitten im Tunnel einen Energydrink verpasst. Als Frauchen wieder zurück in den Garten kam und weder Mama noch uns sah, war sie im ersten Moment geschockt. Aber es dauert nicht lange, da fand sie uns - schade!!! Dabei haben wir nur einen letzten Umtrunk gemacht, bevor wir uns in neue Beziehungen begeben. 

 

03.09.10

Morgens hieße es für alle, die dieses Wochenende zu ihren neuen Besitzern kommen, Geschirrchen an und ab ins Auto. Wir sind zur Tierärztin gefahren, um einen Gesundheits-Check zu machen und ein entsprechendes Zeugnis ausstellen zu lassen. Diesmal hat die Untersuchung noch länger gedauert, wie sonst, da sie umfangreicher war. So wurden uns auch so komische metallische Instrumente in die Ohren und in unseren Allerwertesten gesteckt. Frauchen war stolz auf uns, dass wir ganz ruhig und entspannt auf dem Untersuchungstisch lagen und uns durch nichts verschrecken ließen. Die Tierärztin befand, dass wir alle gesund und top fit sind. Auf die Waage kamen wir auch, unser Gewicht liegt zwischen 6 und 7,5 kg.

Zurück durften wir wieder ein Stück an der Leine "laufen". Im Pulk war das für Herrchen und Frauchen viel mühseliger. Sobald einer von uns etwas spannendes Neues entdeckte, blieb er stehen. Da alle anderen wissen wollten, was so spannend dort ist, blieben sie auch stehen, um alles genau ins Visier nehmen zu können. Da wir mit 5 Augenpaaren ausgestattet waren, war auch immer mindestens ein Augenpaar dabei, das etwas Interessantes ausmachte. Das heißt die Zweibeiner kamen nur noch im Zeitlupentempo voran. Aber wir hatten unseren Spaß!

Zum Abend hin war es dann so weit. Der erste von meinen Geschwistern wurde von seiner neuen Familie in Empfang genommen. Amaze (er heißt jetzt übrigens "Sid") hatte sie schon durch die vorherigen Besuche kennen gelernt. Eine sehr nette Familie aus dem Bergischen, mit zwei Töchtern und nettem älteren Collierüden. So hat Sid direkt einen Lehrmeister vor Ort. Wenn alles klappt, sehen wir uns in 14 Tagen zum Spaziergang wieder. Das wäre prima!

Frauchen erzählte soeben von ihrem Telefonat. Demnach hat Sid die Fahrt gut überstanden und war schon nach kurzer Zeit im Auto eingeschlafen. Zurzeit war er dabei seine neue Umgebung zu erforschen. Na dann viel Spaß!

 

04.09.10

Heute haben wir Neues von Sid (Amaze) erfahren. Er hat in seiner ersten Nacht gut 6 Stunden am Stück durchgeschlafen. Am nächsten Morgen hat er mir Amor, dem älteren Collierüden sogar das Frühstück aus einem Napf geteilt und ihn danach immer wieder zum Spielen aufgefordert. Und dann waren da noch die Kinder, mit denen man prima herumtoben konnte. Was kann man sich als Colliewelpe schöneres wünschen?

Mittags wurde Amazone (jetzt heißt sie "Sina") dann von ihrer neuen Familie abgeholt, nach Rheinland Pfalz. Auch sie hat die lange Autofahrt wunderbar überstanden. Auf dem Schoß war es dann doch ein wenig unbequem. So hat sich Frauchen entschieden, sich mit ihr auf die Rücksitzbank zu setzen. Sina hat sich dann ganz dicht an sie geschmiegt und ist kurz darauf eingeschlafen. In ihrem neuen zu Hause angekommen hat sie sich riesig gefreut, die Kinder wieder um sich zu haben, die immer so schön mit ihr gespielt haben. Sie durfte dann mit ihnen im Garten noch so lange spielen, bis sie müde wurde und ist dann zufrieden eingeschlafen.

Magic und ich müssen doch noch bis nächstes Wochenende hier bleiben, da unsere zukünftigen Besitzer noch im Umzug stecken. Aber das macht nichts, denn langweilig ist es hier auch nicht. Heute durften Ace (sein neuer Name ist "Shanti) und ich mit auf einen Spaziergang kommen. Zusammen mit Mama und Tante Samira durften wir freilaufend die Welt entdecken, jetzt wo wir geimpft sind. Das war ein Spaß! Wir sind einen Feldweg entlang gelaufen, der mit sehr sandigen Stellen durchsetzt war und mit geteerten. Zwischendurch sind wir an so großen Pfützenseen vorbei gekommen. Aber sicher ist sicher, also lieber einen großen Bogen herum schlagen.

Auf halber Strecke sind wir wieder einem Pferd begegnet und da saß einer obendrauf. Mit mir macht ihr so was aber nicht! Auf meinen Rücken kommen keine Zweibeiner! So jetzt bin ich aber müde. Gähn....!!! Ich wünsche allerseits gute Nacht!

 

05.09.10

Heute Morgen durften Magic und Alasca mit zum Spaziergang. Als Mama mit ihnen zurückkam meinte sie zu uns, dass wir uns ruhige ein Beispiel an ihnen nehmen könnten, da sie nicht so wasserscheu bei den Pfützen waren. Ihhh! Sind die etwas in diesen braunen Schlamm getreten, der aussah wie .... bäääh!

Nachmittags wurde dann Vision abgeholt. Sie heißt jetzt Zoe. Sie hatte die längst Fahrt von allen vor sich, bis in die Schweiz. Sie hat sich vorbildlich verhalten und die Fahrt bestens durchgestanden. Ihr neues Frauchen hatte ihr extra ein gemütliches fellausgekleidetes Bettchen hergerichtet. Es stand auf dem Rücksitz, genau zwischen Frauchen und ihrem Töchterchen. So war ständig jemand um sie herum und sie konnten noch schön hinausschauen, was sich auch rege nutzte.

Wir vier Zurückgebliebenen durften heute Abend zu einem gemeinsamen Spaziergang, das war klasse! Zusammen mit Mama und Tante Samira haben wir die Welt erobert!

 

06.09.10

Zoe (Vision) hat nach durchgeschlafener Nacht eine riesen Portion Futter vertilgt und sich am Frühstückstisch der Zweibeiner auf Anhieb brav hingelegt, bis sie mit dem Essen fertig waren. Klar, wir haben ja auch die bester Erziehung genossen! Dann durfte sie mit auf den Schulweg.

Sina (Amazone) und Sid (Amaze) haben inzwischen auch ihre ersten Spaziergänge mit ihren neuen Familien gemacht und sie hatten viel Spaß!

Wir auch! Heute sind wir wieder im Sechserpack spazieren gegangen. Wenn uns andere Hunde entgegenkamen, dann haben die sofort Platz gemacht, weil wir kamen! Schließlich haben wir vier auch unsere Bodyguards (Mama und Tante Samira) dabei! Die Zweibeiner scheinen alle sehr nett zu sein, sie lächeln immer so freundlich, wenn sie uns begegnen. Spazieren gehen macht unheimlich viel Spaß, macht aber auch so müüüde!

 

07.09.10

Heute Morgenmusste Shanti (Ace) noch zur Tierärztin für sein Gesundheitszeugnis. Alasca hat ihn begleitet. Siehst Du, habe ich zu Magic gesagt, in dem Alter fangen die Frauen schon an zu kontrollieren. Alascas angeblich nette "Begleitung" war bestimmt nur vorgeschoben. Stattdessen wollte sie sicher nur kontrollieren, wie er sich bei der Tierärztin schickt. Aber er war wohl tapfer, wie immer, denn Alasca fand keinen Grund anschließend zu mäkeln. Frauchen bestätigte dies, als sie meinte, dass auch er tip top in Ordnung ist. Die Waage zeigt übrigens stolz 8kg an.

Heute Mittag durften wir dann zu einer riesigen Wiese, die geradezu zum Rennen einlud. Und wie Frauchen erfreut feststellte, auch zum sofortigen Entleeren, sämtlicher Öffnungen. Mit Lob überhäuft, machten wir uns im Selbstbewusstsein gestärkt auf den Weg. Hinter der Wiese kamen wir an eine schmale Brücke, während Herrchen und Frauchen noch diskutierten, ob wir wohl freiwillig hinübergehen würden, waren wir schon längst auf der anderen Seite. Tja schließlich sind wir nervenstarke Amerikanische Colliwelpen.

Danach durften wir erstmalig mit in Frauchens Aquaristikgeschäft, hier gab es so viel zu sehen! Herrchen hatte einen Teil abgetrennt, so dass wir unsere Ruhe haben. Das haben wir dann auch ausgenutzt. Erschöpft von dem schönen Spaziergang, haben wir uns gleich aufs Ohr gelegt, in dem gemütlich eingerichteten Wohnteil. Als wir später wieder wegfuhren, waren alle ganz erstaunt, denn kaum jemand hatte bemerkt, dass die ganze Zeit vier Welpen mit von der Partie waren. Zur Belohnung durften wir dann nochmal auf die Wiese.

 

08.09.10

Heute haben wir neues von Sina (Amazone) gehört. Sie durfte mit zur Welpengruppe. Das war völliges Neuland. Das hieß für sie erst einmal hinsetzten und alles genau in Augenschein nehmen. Nach 5 Minuten kam sie zu dem Schluss, dass das ja alles ganz interessant aussieht und man ja doch mal mitmachen könnte. Sie hatte dann einen riesen Spaß, als sie mit anderen Welpen, verschiedenster Rassen, herumtollen konnte.

Frauchen sagt immer, dass das ganz wichtig ist, um die Hundesprache richtig zu lernen, denn die verschiedenen Rassen haben zum Teil andere Mitteilungssignale und sind anders "gestrickt". Und so wie ein Kind in den Kindergarten und später in die Schule geht, so ist es für die Welpen wichtig eine Hundeschule zu besuchen, wenn man einen gut sozialisierten Hund haben möchte. So hatte auch Sina schon frühzeitig Gelegenheit, anstelle der Geschwister, neue andersartige Spielkameraden zu gewinnen. In Bezug auf die verschiedenen Umweltreize in der Zweibeinerwelt, hat sie auch schon so einiges gelernt, als sie die unterschiedlichsten Objekte untersuchen durfte.

Heute sind wir wieder einer weniger geworden. Shanti (Ace) hat uns verlassen. Er ist hier in NRW geblieben, aber ein ganzes Stück weit von uns entfernt. Als sein neues Frauchen mit ihrem Sohn ihn abholen kam, lag er noch schlafend in der Hundebox im Auslauf. Kaum sah er seine neue Familie, die er ja schon von Besuchen vorher kannte, war er hellwach und stürmte in einem Affenzahn auf sie zu, um sie liebevoll zu begrüßen, während wir noch verschlafen liegen blieben. Die gleiche Begrüßungszeremonie lief ab, nachdem die Zweibeiner alle Formalitäten geregelt hatten. Wir freuen uns mit Shanti, dass er die passenden Menschen gefunden hat.

Im Anschluss ging es dann in abgespeckter "Dreierformation" zum Spaziergang. Aber auch so konnten wir noch prima miteinander toben. Morgen oder übermorgen heißt es dann auch für mich und Magic Abschied nehmen, wir sind schon sehr gespannt!

 

09.09.10

Heute haben wir neues von Shanti (Ace) erfahren. Er hat es bei der Autofahrt gestern geschafft sich aus dem Kofferraum zu befreien, um es sich dann auf der Rücksitzbank, neben seinem neuen Juniorherrchen gemütlich zu machen. Schön an ihn gekuschelt ist er sogleich eingeschlafen. Wie sein neues Frauchen heute berichtete, hat er sich am nächsten Tag besser geschickt und ist brav hinten geblieben. Auch mit der Stubenreinheit gab es keine Probleme und der erste Waldspaziergang war prima. Er durfte sogar schon mit ins Büro, wo er sich gleich brav hingelegt und geschlafen hat. So hat auch er sein zu Hause gefunden.

Heute durften Magic und ich das letzte Mal für die nächsten Tage mit unserer Mama Alasca spielen, denn heute Abend hieß es auch für uns beide Abschied nehmen. Aber unsere neue Familie scheint sehr nett zu sei. Wir sind gespannt, was uns erwartet.

Meine Berichterstattungen werden jetzt etwas unregelmäßiger werden, aber sobald es interessantes Neues zu berichten gibt, von uns oder meinen Geschwistern, werde ich mich umgehend melden.

 

10.09.10

Hey, da bin ich wieder! Ich muss noch ein paar Neuigkeiten loswerden. Gestern, nach einer langen, staubehafteten Fahrt, sind wir irgendwann endlich in unserem neuen zu Hause, an der Mosel angekommen. Hier ist es toll! Ein prima Frauchen und Herrchen, 2 Kids, 2 Katzen und hier und da blubbert es so, wie bei unserem Züchterfrauchen im Geschäft. Und der Nachbar hat auch einen Collie.

Es gab so viel Neues zu entdecken, dass wir gar nicht wussten, wo zuerst hinschauen und schnüffeln. Wir stürmten hin und her um alles genau zu erforschen. Es war eine gute Gelegenheit unsere neuen Zweibeiner gleich mal auszutesten, sprich auf die Geduldsprobe zu stellen. Aber sie haben sich gut geschlagen. Eins zu null für sie! Später haben sie uns "ins Bettchen gebracht" und erschöpft wie wir bis dahin waren, sind wir gleich eingeschlafen und waren ruhig bis zum nächsten Morgen. So haben wir gleich Pluspunkte gesammelt.

Wir durften heute mitfahren, um die Kids zur Schule zu bringen. Später haben wir den Collie von nebenan kennengelernt. Ich habe ihm erst einmal klar gemacht, wer hier das Sagen hat, während Magic (der Streber) kleine Brötchen gebacken hat. Unsere erste Begegnung mit den Katzen ist absolut friedlich abgelaufen - für beide Seiten. Wir sind schließlich die Hauptakteure hier, also haben wir sie gar nicht beachtet, als sie uns begutachten kamen.  Auch nicht, als einen einen Buckel macht und den Schwanz aufplusterte. Die Katzen haben es dann im Weiteren vorgezogen uns von einem Stockwerk höher zu beobachten.

Die erste Lehrstunde haben wir heute auch schon hinter uns, denn es hieß einzeln spazieren gehen. Tja, hat etwa einer von den Zweibeinern mit Problemen gerechnet? Doch nicht bei uns, schließlich sind wir selbstbewusste junge Kerle! Oder haben etwas meine Züchtereltern denen diese Flausen in den Kopf gesetzt, dass es gut wäre auch zwischendurch mal einzeln mit uns zu gehen. Na egal, wir kommen so oder so auf unsere Kosten. Bis die Tage dann! Euer Rave!

 

13.09.10

Alasca schickt viele Grüße vom Nordseestrand! Sie hat erzählt, dass Frauchen und Herrchen sie am Samstagnachmittag ins Auto gepackt haben. Erwartungsvoll hat sie sich auf einen schönen Spaziergang in der Nähe gefreut. Aber stattdessen schien sich eine längere Fahrt anzubahnen. Nachdem sie auf die Autobahn aufgefahren sind, beschloss Alasca erst einmal ein ausgiebiges Schläfchen zu nehmen. Wach wurde sie erst wieder kurz vor der Ankunft, als Mama und Tante Samira erwartungsvoll ihrem ersten Strandspaziergang nach Monaten entgegenfieberten.

Alasca war baff, als sie den weiten Strand erblickte. So ein riesiger Sandkasten, viel größer als unsere Sandmuschel zu Hause. Sand soweit man schauen konnte, Mensch wie toll!!!! Und dann war da noch diese wahnsinnig große Menge Wasser! Frauchen wollte Alasca vor dem Spaziergang noch etwas Wasser geben. Aber für so Nichtigkeiten hatte sie keine Zeit, zumal das große Wasser eine magische Anziehungskraft ausübte. Warum sich mit wenigen Tröpfchen begnügen, wenn man eine viel verlockendere Menge in Aussicht hat. Also ab hinein ins kühle Nass und einen großen Schluck genommen. Iiiih bäääh, igittigitt!!!!! Was ist denn das? Da hat einer die ganze schöne Suppe völlig versalzen! 

Aber lustig war es trotzdem. Das Wasser war richtig lebendig. Es kam immer wieder herausgekrabbelt aus seinem Sandbett, um nach den Pfötchen zu greifen. Aber da war es nicht schnell genug, denn Colliefüße sind sehr viel schneller! Aber zwischendurch hat die Neugier dann doch überhandgenommen. Alasca betrachtete mit großem Interesse, wie Tante Samira sich immer wieder in die Fluten stürzte. Und als Mama dann auch noch völlig cool und lässig hinein rannte, da konnte auch sie nichts mehr halten. Anlauf genommen und hinein! Huch - was war das denn? Fühlt sich irgendwie komisch am Bauch an. Aber Mama ist immer noch drin und da wo Mama ist, da ist es immer sicher. Also nochmal - Attacke!!! Das Wasser spritze links und rechts beiseite, noch ein kurzes Stück und dann endlich bei Mama! Aber wieso ist Mama nur nass bis zum Bauch und ich bis zum Rücken? Nichts wie raus hier!

Wieder heil und sicher am Strand angekommen, betrachtete sie skeptisch ihr deformiertes Fell. Da war es hin, die ganze Schönheit, die ganzen Haaraufbauten, einfach in sich zusammengestürzt. Alles pappte glibberig eng am Körper. Frauchens Kommentar, dass ihre Beine jetzt aussähen wie Spagetti, machte die Sache auch nicht besser. Also was tun? Hinsetzten ist immer gut, hat die bisherige Lebenserfahrung gezeigt. Ja, und es war wirklich gut, denn man konnte zuschauen, wie ein Großteil des Wassers langsam abfloss und das Fell wieder ein wenig Struktur bekam. 

Aber viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht. Mama kam immer wieder zu ihr hin gestürmt und rannte dann wieder ins Wasser, um sie zu animieren mitzumachen. Also gut, aber diesmal ein bisschen vorsichtiger und vor allem nicht zu tief hinein und die Sache begann allmählich richtig Spaß zu machen!

Am nächsten Tag, an einem anderen Strand, war die Wasserbewegung viel stärker. Als Alasca da auch freudig hineinstürmen wollte, drängten Mama und Tante Samira sie immer wieder ab und stellten sich schließlich vor sie, damit sie nicht hineinkam. Sie hatten wohl beschlossen, dass ihre wenigen Kilos wohlmöglich zum Spielball des Wassers werden könnten. Später, an einer kleinen Bucht, wo das Wasser wieder ruhiger war, da durfte sie endlich wieder hinein.

Magic und ich sind jetzt auch schon ganz gespannt, das große Wasser kennen zu lernen, mit dem vielen Sand am Rand. Wenn alles klappt, dann können wir in den Herbstferien auch dorthin und alles mit eigenen Augen sehen!

 

14.09.10

Heute haben wir neues von Zoe (Vision) gehört. Sie hat zwischenzeitlich auch ihre erste Stunde in der Hundeschule hinter sich. Sie hat dort verschiedene Hunde in den unterschiedlichsten Altersklassen kennengelernt. Die Schule selber hat ihr viel Spaß gemacht. Aber noch schöner war, als ihr Frauchen im Anschluss zu Hause anfing, mit den neuen Übungen weiter zu machen. Erwartungsvoll hat sie sie angestrahlt und direkt begeistert mitgemacht. Morgen hat sich Hausbesuch angesagt, da kommt die neue Hundeschullehrerin nach Haus zu ihr und begleitet sie danach auf ihrem Spaziergang.

 

15.09.10

Heute sind wir 10 Wochen alt geworden! Alasca hat bei den Geschenken mal wieder den Vogel abgeschossen. Sie hat einen eigenen Hunde-Buggy bekommen, damit sie jetzt auch bei den längeren Spaziergängen von Mama und Tante Samira mithalten kann. Wenn die Strecke zu lang  ist oder sie müde wird, dann werden My Lady in den weich ausgepolsterten Buggy gehievt und von da an weiter chauffiert.

Wie man hört, macht sie sich auch hervorragend im Apportieren. Angeberin! Warte ab, wenn alles klappt, dann sehen wir uns am Sonntag, dann werden wir dich  mal wieder auf den Boden der Tatsachen herunterholen!

 

19.09.10

Magic und ich durften heute Alasca und Sid (Amaze) wieder treffen und nicht nur dass, als wir am Treffpunkt ankamen war da alles voller Collies! So viele auf einmal hatten wir noch nie gesehen. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst schnuppern sollten. Alle waren super nett zu uns "Kleinen". Sogar Mama und Tante Samira waren da und nicht zu vergessen Exfrauchen und Exherrchen. Das war ein Wiedersehen und wir hatten einen riesen Spaß! Insbesondere mit Alasca und Sid haben wir herumgetollt und unsere Kräfte gemessen. Da waren wir wieder zusammen, die "Phantastischen Vier".

Los ging es vom Parkplatz aus zu einer riesigen Wiese, wo wir alle nach Herzenslust toben konnten. Dann ging es weiter durch den Wald, hin zu einem großen Wasser, das von den Zweibeinern See genannt wurde. Einige von den Großen haben tatsächlich in diesem dunklen Nass ein Bad genommen. Triefend nass kamen sie wieder heraus und machten sich dann einen Spaß daraus sich neben uns zu stellen und sich dann kräftig zu schütteln. Das war ja sowas von rücksichtlos, uns so eine Dusche zu verpassen. Aber auch ein entrüstetes "Stopp" bellen mit vereinten Kräften  brachte gar nichts. Und das alles, wo wir doch keinen Fön dabei hatten.

Nun setzten wir unseren Spaziergang fort. Dann geschah es, das nächste große Abenteuer. Wir haben uns schon zu Anfang gewundert, warum einige von den Zweibeinern so komische Wägelchen vor sich herschoben. Manche waren befüllt, mit kleinen Zweibeinern und andere waren verdächtig leer.  Da hätte schön noch ein Sack Futter für jeden von uns als besonderes Highlight hinein gepasst.

Aber es kam alles anders. Die Zweibeiner haben beschlossen, dass wir jetzt müde sind und nicht weiter mit den Großen herumtoben könnten.  Wer erzählt denn so einen Quatsch? Dann verfrachteten sie uns einfach, einen nach dem anderen, in diese Wägelchen, sie nannten sie Buggys. Komische Teile, jedes hat 4 Räder und wenn man drin sitzt, dann schaukelt es auf den holprigen Wegen, wie verrückt und man bewegt sich  dabei liegend fort. Wenn man herausguckt, kann man die anderen vorbeiflitzen sehen, aber jeder Versuch mitzulaufen endete an so einem komischen Netzt. Am Anfang wehrten Magic und ich uns energisch gegen diese Ungetüme, die mit uns zu machen schienen, was sie wollten. Aber nach einer Weile mussten wir dann doch die Bequemlichkeit des chauffiert Werdens anerkennen. Eigentlich war es ja doch sehr angenehm von den Zweibeinern so herumkutschiert zu werden, während man sich bequem auf einer kuscheligen Decke räkeln konnte. Man bekam alles mit, sah die Großen toben und konnte zwischendurch, nach Lust und Laune ein Nickerchen machen.

Alasca und Sid nahmen es von Anfang an gelassen, sie kannten das ja schon. Das tollste Gefährt hatte Sid, ein Cabriolet, oben offen! So hatte er den besten Ausblick und blieb trotz bester Fluchtmöglichkeiten ganz brav sitzen! So war für uns alle war die Welt in Ordnung, zumal zwischendurch immer wieder der Aufzug kam, mal wurden wir hinein, mal heraus geliftet, so dass auch wir zwischendurch wieder mit toben konnten.  Das war ein toller Tag!

Im Anschluss ging es dann noch in einen riesigen Raum. Dort haben sich die Zweibeiner alle möglichen Leckereien unter die Nase geschoben. Und was ist mit uns? Sollen wir etwas mit dem bisschen Wasser vorlieb nehmen? Aber Essen - so wirklich hatte keiner von uns ein wirkliches Bedürfnis danach. Viel schöner war es, sich mit den anderen dreien zusammen einfach hinzulegen und die Augen zuzumachen. Selbst die Großen hielten erst einmal ein Nickerchen. So wünschen wir ein allseits ein gutes "Schnarch" bis zum nächsten Mal. Und ich hoffe der nächste gemeinsame Spaziergang lässt nicht allzu lange auf sich warten! Vielleicht haben ja noch ein paar mehr Lust mitzukommen. Das wäre toll!

 

22.09.10

Heute sind wir 11 Wochen alt geworden. Inzwischen haben wir uns so richtig gut bei unseren neuen Familien eingelebt und an die neuen Tagesabläufe gewöhnt, so dass wir uns so richtig heimisch fühlen. Wir haben es alle so richtig gut getroffen. Um nichts in der Welt würden wir unser neues Frauchen und Herrchen eintauschen wollen oder die netten Kinder missen, mit denen wir so gerne herumtollen. Für uns alle ist ein Traum wahr geworden. 

Soeben habe ich noch Neues von Alasca gehört. Sie hat wohl ein paar anstrengende Tage hinter sich, in denen sie so allerhand neues kennengelernt hat. Heute war sie im Einkaufszentrum. Sie war völlig begeistert. Erst haben Mama und dann Tante Samira sie begleitet. Aber den Großteil hat sie völlig alleine durchschritten, mit Frauchen oder Herrchen an der Seite. Sie wusste gar nicht, wo sie zuerst hinschauen sollte, völlig entspannt, mit leicht erhobenem Stetz. Tja, so sind wir "Rose Rivers". Nach einer Pause im Café ging es weiter  in den Aufzug  und dann auf die Rolltreppe. Letzteres sicherheitshalber auf dem Arm, damit nicht die Pfoten gequetscht werden. Sie hat alles mit Bravour gemeistert und hätte am liebsten den restlichen Tag dort verbracht, so viel Neues gab es zu entdecken. 

 

30.09.2010

Inzwischen haben wir, mit 12 Wochen, alle unsere ersten Tierarztbesuche mit unseren neuen Frauchen und Herrchen hinter uns, samt Entwurmung und Impfung. Alle haben Sie gestaunt, wie brav wir waren. Anscheinend haben die Ärzte Langeweile, denn Sie scheinen nichts anderes zu tun zu haben, als uns jedes Mal auf den Kopf zu stellen und von oben bis unten durchzuchecken. Magic meinte schon, dass die bestimmt nur unser schönes weiches Welpenfell durchknuddeln wollen und damit das nicht so komisch aussieht, wird das Ganze als Untersuchung getarnt. Naja, das wichtigste ist, dass es bei allen keinerlei Beanstandungen gab. Was denn sonst, die alten Knacker sollen sich mal lieber selber durchchecken, anstatt uns junge Hüpfer zu belästigen. Die sehen ja zum Teil schon so aus, als ob sie selber mal besser auf ein Ersatzteillager zurückgreifen sollten.

 

03.10.10

Wir sind jetzt 3 Monate alt und heute haben wir Neues von Alasca gehört. Sie durfte, zusammen mit Mama und Tante Samira, Frauchen und Herrchen nach Duisburg begleiten:

Die Zweibeiner verbringen einen Großteil Ihrer Zeit mit jede Menge Glaskästen, die voll mit Wasser sind, in denen so ein paar komische Wesen ihre Bahnen ziehen. Das muss man sich mal vorstellen, die sind den ganzen Tag freiwillig im Wasser! Die kommen noch nicht einmal zum Fressen heraus. Die warten immer, bis Frauchen das Futter ins Wasser gibt, wo es dann auch ganz nass wird - Igitt!! 

Anscheinend wollten Frauchen und Herrchen den schönen großen Nachmittag-Spielplatz im Geschäft, nicht noch weiter mit Glaskästen zusetzen, was sehr vernünftig von Ihnen ist! Stattdessen meinten sie bis nach Duisburg fahren zu müssen, um dort in so einer riesigen Messehalle, noch mehr von diesen Kästen aufzustellen. So ein Unsinn, sie hätten mehr von uns Collies präsentieren sollen, schließlich waren wir schon in der Aufbauphase die Hauptattraktion bei allen. Bestimmt haben deswegen, als die Messe endlich losging, die Vierbeiner in ein separates Areal geführt, ausgelegt mit vielen gemütlichen Hundekissen und Frauchen oder Herrchen immer bei Ihnen.

Aber am schönsten waren die vielen Pausen, in denen Frauchen mit Ihnen den großen Landschaftspark besuchte. Die riesigen Grünflächen mit den vielen alten Industriebauten dazwischen, luden förmlich zum Toben ein. Es gab so vieles Neues zu entdecken und jede Menge, wo man unten durch kriechen oder oben drüber klettern konnte. Auch Wasser fehlte nicht. Frauchen hat nur so komisch reagiert, als Alasca nach einem schönen Wasserspiel meinte sie müsse noch eine Art Fangopackung aus Uferschlamm auftragen. Menschen - wir werden sie nie verstehen. Zierliche braune Pfotenabdrücke hätten das triste Grün des Messeteppichs bestimmt hübsch aufgelockert.   

Frauchen meinte Alasca solle in der Messehalle Menschengewühl kennen lernen und war dann recht enttäuscht, als sie diese noch nicht einmal beachtete und statt dessen sich mehr wie ein Staubsauger verhielt, ständig auf der Suche nach heruntergefallenen Fritten und anderen Leckereien.  Aber alle haben gestaunt, wie schön sie schon "Aus"-machen kann. So ist dass, wenn die Näpfe nicht 24 Stunden am Tag gefüllt sind.

 

11.10.10

Alasca hat mir soeben von ihrem Collietreffen im Harz berichtet:

"Nach den ganzen Messeturbulenzen war wieder Ruhe zu Hause eingekehrt. Man kann sagen es wurde schon fast langweilig. Aber Frauchen und Herrchen schienen da eine tolle Idee zu haben, denn sie fingen auf einmal an ihre Reisetaschen zu packen. Aber warum denn diesmal so viele? Bestimmt geht es wieder nach Holland - am Strand austoben, das wäre jetzt genau das richtige. Also macht hinne ich will jetzt endlich los - was dauert das denn so lange?!

Normalerweise, wenn es nach Holland geht, dann schlafe ich mich im Auto so richtig schön aus und wenn ich aufwache, dann sind wir da. Aber diesmal schien die Fahrt unendlich lange zu dauern. Ich weiß nicht, was sich Herrchen diesmal zusammen gefahren hat. Vielleicht  ist er im Kreis gefahren oder hätte einfach mal nach dem Weg fragen sollen. Als dann endlich die Autotür aufging und ich vergeblich nach salziger Luft schnupperte, da sah ich statt unendlich vielem Sand, nur viele Bäume und die Zweibeiner schienen von ihrem Antlitz völlig begeistert zu sein. Und dafür sind wir soweit gefahren? Als ob wir nicht Bäume genug bei uns zu Hause im Wald haben. Ist mir doch egal wie die aussehen, Hauptsache es gibt Interessantes zu erschnüffeln. Aber Mama und Tante Samira zeigten mir gleich, wo es Spannendes zu entdecken gab.

Nachdem wir unsere Ferienwohnung in Altenau mit riesigem Garten bezogen hatten, ging es auch gleich los zum ersten Spaziergang. Was prusten Frauchen und Herrchen denn so? Doch wohl nicht wegen diesem bisschen Berg? Tja, da sind wir Vierbeiner gegenüber den Zweibeinern eindeutig im Vorteil, denn die kommen immer nur mit halber Kraft voran. Ihr könnt ja Eure Arme zur Hilfe nehmen, dann müssen wir nicht immer so lange auf Euch warten.

Oben angekommen, war selbst ich baff, eine so riesige Wiese hatte ich noch nie gesehen. Sie erstrecke sich bis ins Tal hinunter und dann wieder den nächsten Berg hinauf. Super - hier kann man so richtig schön toben. Es hätte immer so weiter gehen können. Aber auf einmal wurde ich von zwei Händen gepackt und in diesen blöden Welpenwagen gesetzt. Frauchen meinte irgendwas von noch genug Kondition für Abends haben. Ich will aber jetzt weiter toben! Wer weiß wann wir uns das nächste Mal auf dem Weg nach Holland so verfahren?

Aber sie hatte nicht zu viel versprochen. Denn abends ging es zu einer anderen Wiese und was war das? Hinter einer Bergkuppe kamen auf einmal lauter Collies, mit ihren Zweibeinern auf uns zu. Alle super nett und freundlich. Ich konnte mich gar nicht entscheiden, mit wem ich zuerst spielen wollte. Wir gingen die Wiese weiter hinauf, damit die Zweibeiner auch ihre Bewegung bekamen. Oben angekommen bestaunten sie die tolle Aussicht.

Am nächsten Tag hatten sich noch mehr Collies eingefunden. Es ging dann auf nach Clausthal-Zellerfeld, vorbei an schönen Bächen und Seen, mit herrlich schmeckendem kühlem Nass.  Frauchen und Herrchen konnten es nicht lassen, mich immer wieder zwischendurch in diesen Wagen zu packen, während die Großen alle weiter laufen durften. Das war so gemein!

Am nächsten Morgen ging es dann zur Hammersteinklippe. Doch was ist das? Auf halbem Wege packten mich wieder zwei Hände, stopften mich wieder in den Wagen, das hatten wir doch schon einmal. Aber jetzt kam es noch schlimmer - wir drehten um. Was soll das denn? Ich will mit den anderen weiter mitlaufen! Aber von den Zweibeinern gab es kein Erbarmen, nur weil die keine Kondition haben mich das letzte steile Stück, bis zum Aussichtspunkt hochzuschieben.  Aber Herrchen kannte sich aus. Warum hochlaufen, wenn man auch hochfahren kann. Die sportlichen Teilnehmer freuten sich über einen Sektempfang, den Frauchen und Herrchen ihnen bereiteten. Und was ist mit uns? Sollen wir uns mit dem üblichen Wasser begnügen? Beim nächsten Mal nehme ich die Organisation in die Hand, wartet es ab, dann könnt ihr Zweibeiner das abgestandene Wasser trinken!

Der nächste Tag war eine Art Ruhetag. Hey, ich will was unternehmen! Das haben sich die Zweibeiner auch gedacht. So haben wir uns am Kräutergarten getroffen mit schön bunt angelegten wohlduftenden Beeten, die wir Vierbeiner leider nicht genauer erforschen durften.

Montags ging es dann von Thale nach Treseburg über die Rosstrappe, auch wieder mit einer herrlichen Aussicht. Am morgendlichen Treffpunkt "Sessellift Thale" angekommen, meinte Tante Samira, nicht schon wieder mit so einem Ding, wie in Rettenberg hochfahren, dann aber ohne mich. Aber das schienen die Zweibeiner gar nicht vor zu haben. Obwohl das Ding sah interessant aus und ich hätte es gerne mal ausprobiert.

Am nächsten Morgen sind wir noch entlang dem Ablauf der Okertalsperre entlang spaziert. Zwischen riesigen Felsbrocken ging es hindurch. Meine Zweibeiner sahen sich genötigt den Welpenwagen unterwegs stehen lassen zu müssen. Aber all meine Hoffnung, dass das spaß verderbende Teil endlich geklaut wird, haben sich leider in nichts aufgelöst. Wahrscheinlich sind die anderen Zweibeiner alle die netteren Hundehalter, die hätten so ein Ding gar nicht erst mitgenommen.

Danach hieß es nach Hause fahren, jetzt wo Frauchen und Herrchen endlich die nötige Kondition aufgebaut haben, um mich immer die Berge hinauf und hinunter chauffieren zu können."

 

27.10.10

Heute sind wir 16 Wochen alt geworden. Inzwischen sind wir alle richtig groß geworden, so um die 45 cm und um die 15 Kilo schwer. Wenn ich mich so im Spiegel betrachte oder meine Geschwister anschaue, dann muss ich sagen, dass wir uns alle zu properen Kerlen (und natürlich die Damen nicht zu vergessen) entwickelt haben. Die Welpengesichter sind weitestgehend verschwunden und unsere typischen Langnasen bilden sich immer mehr aus und das Fell wird immer fülliger.

Die meisten von uns gehen inzwischen in die Hundeschule und entwickeln sich zum Klassenprimus. Besonders das Toben mit den anderen Welpen ist echt klasse. Nur scheinen die alle etwas missraten zu sein. Die haben alle so komische Gesichter, ohne Platz für eine schöne lange Nase. Bei manchen scheint Mutter Natur komplett vergessen zu haben Nase und Maulpartie auszubilden. Aber nett sind die alle, manche muss man sich zwar erst etwas zurecht formen, aber letztlich kann sich keiner dem Colliecharme entziehen, da wird selbst der hartnäckigste Terrier zum Charmeur.

Aber am schönsten ist es, wenn Frauchen oder Herrchen mit uns immer wieder neue Herausforderungen meistern. Voller Erwartung wird der nächsten Übung entgegen gefiebert. Wie man so hört, haben die Trainer, seit wir in der Hundeschule sind, noch nie so abwechslungsreiche Trainingsprogramme entwickelt, um unserem Tatendrang und Wissendurst gerecht zu werden. Tja, wir haben unsere Zweibeiner schon gut im Griff und nicht nur die zu Hause.

 

07.11.10

Heute gibt es etwas zu feiern. Wir sind 4 Monat alt geworden und Alasca kommt uns gleich besuchen! Wir können es schon kaum erwarten ihr unser schönes neues zu Hause zu präsentieren. Ein schön gelegener ehemaliger Bauernhof mit viel Auslauf. Und wir sind die Hausherren! Tja, die werden staunen!

Mit einer obligatorischen Viertelstunde Verspätung, wie es sich anscheinend für das weibliche Geschlecht gehört, fuhren My Lady (mit einem angefressenen Herrchen, wegen Viertelstunde Verspätung) dann endlich vor. Mit stolz geschwellter Brust schritten wir ihr angemessenen Schrittes stolz entgegen. Die Autotür ging auf und Tante Samira kam als erste heraus. Ein kurzer maßregelnder Beller, kombiniert mit einem strengen degradierenden Blick von ihr und schon war er dahin, unser ganzer Stolz.  Ich schaute mal vorsichtig zu Magic, der sonst bei allen Begegnungen mit anderen Vierbeinern immer dafür sorgt, dass uns die angemessene Ehrerbietung entgegen gebracht wird, aber auch bei ihm, schien das Feuer aus den Augen erloschen. Das heißt die winzige Restflamme loderte noch, bis dann Mama aus dem Auto kam. 

Auch sie gab uns zu verstehen, dass sie von eingebildeten Söhnen  so gar nichts hielt. Gerade, als unsere Moral am Tiefpunkt angekommen war, da kam sie, unsere Schwester! Anmutig schwebte sie uns entgegen und ihr Blick, als sie uns armen Würste in Augenschein nahm sprach Bände... . Da haben wir wochenlang geplant und geprobt und in wenigen Minuten war alles dahin. Weiber!

Aber die Wiedersehensfreude war trotzdem riesig! Wir haben getobt und gespielt. Exfrauchen und -herrchen waren begeistert, wie prächtig wir uns entwickelt haben. Wenigstens die Zweibeiner haben uns angemessen bewundert. Aber auch Mama war gleich wieder ins uns vernarrt. Beim anschließenden Spaziergang hat Magic Alasca gezeigt, was ein ganzer Kerl ist, als er mühelos über einen glitschigen Baumstamm balancierte, der quer über einem kleinen Fluss lag, ein echter "Rose-River" halt.

Anschließend haben sich die Zweibeiner den Bauch mit Kuchen vollgeschlagen, während wir mal wieder leer ausgingen - nur einfaches Wasser haben sie uns angeboten ...! Wir haben die Zeit aber auch sinnvoll genutzt und unsere Erfahrungen ausgetauscht, wie wir die Zwei- und Vierbeinerwelt weiter in Griff bekommen, denn die Masche mit den großen Welpenkulleraugen scheint immer mehr ihre Wirkung zu verlieren. Tja, war das schön, als wir noch jung waren und die Menschen sich noch angemessen um den Finger wickeln ließen... .

Alasca hat erzählt, wie sie ohne viel Aufwand ihre Mahlzeiten vergrößert. Sobald sie ihre Ration vertilgt hat, nimmt sie ihre leere metallene Futterschüssel  und wirft sie so lange immer wieder in die Luft, bis sie den richtigen Klangkörper für den Aufprall gefunden hat, bei dem Mama verdattert zurückschreckt. Meist ist es der ohrenbetäubende Knall, wenn Alascas Schüssel auf Mamas Napf fällt. Natürlich so ausgerichtet, dass die Schüssel, wie von Geisterhand geleitet, von da aus ausgerechnet auf Mamas Füße prallt, die dann  regelmäßig den Fehler macht, zwei Schritte zurückzuweichen. Aber das reicht Alasca, die sich dann, wie ein Piranha auf Mamas Futter stürzt  und binnen Bruchteilen  von Sekunden schafft, alles leer zu fressen.  Das müssen wir nachher auch mal bei den Katzen ausprobieren!

Und sie hat uns erklärt, wie man an Leckerchen kommt. Die arme wohnt in einer Familie, bei der die Erziehung immer ganz ohne Leckerchen von statten gegangen ist. Nur in der Hundeschule gab es welche, nachdem der Trainer den Menschen das endlich beigebracht hat. Immer diese Zweibeiner, die nur in der Hundeschule alles richtig machen. Sobald man den Platz verlassen hat klappt gar nichts mehr. Alasca hat sich dann überlegt, dass es besonders viele Leckerchen gab, als sie das erste Mal auf die große hölzerne Wippe gestiegen ist. Na, dann scheint das Verhalten der Menschen sich zu ändern, wenn es um neue Untergründe geht. 

Also einen exotischen Bodengrund ausgesucht und eine Vollbremsung gemacht! Psst - wir sagen ja keinem weiter, dass wir über diesen Boden normalerweise völlig normal hinüber gehen, aber Frauchen war in dem Moment so perplex, dass sie daran gar nicht dachte. So, jetzt die Kulleraugenmasche, kombiniert mit leichter Kopfschiefhaltung und ein kurzer Blick auf Frauchens Jackentasche. Und siehe da es machte "Klick" bei ihr. Brav steckte sie die Hand in die Tasche, zückte ein paar Futterbröckchen und streute sie auf den Boden. Wahrscheinlich, meinte Alasca habe ich dann zu verdächtig schnell gehandelt, als ich mich ohne Zögern sofort auf diese stürzte. Das nächste Mal an gleicher Stelle meinte Frauchen nur, das sie nicht nochmal auf den Trick herein fallen würde und schaute mit Genugtuung zu, wie sie ohne Zögern weiter lief. Das war ja dann wohl nichts.

Aber im Geschäft hat Alasca die Tricks weiter ausgefeilt. Die eingesammelten Preisschildchen haben zu viel Ärger gebracht, also schnappen wir uns stattdessen ab und an was aus Frauchens Papierkorb. Damit kein unnötiger Verdacht auf einen fällt, verkrümeln wir uns immer ganz schnell, wenn Frauchen sich naht und stellen uns schlafend oder spielen artig mit dem langweiligen Hundespielzeug. Um mehr Abwechslung ins Spiel zu bringen, legt Alasca jetzt die Papierstücke immer in die Nähe von Mama oder Tante Samira, so dass Frauchen schon ernsthaft am Grübeln war, ob die beiden nicht die wahren Übeltäter sind.

Na, soeben hat Alasca unser gemeines Kaustangensammellager ausgehoben. Aber wir sind ja nicht so und haben sie gewähren lassen. Sie war auch wirklich nett zu uns, denn hin und wieder durften wir  auch mal kurz an einem Ende knabbern und Tauziehen mit ihr spielen. Aber sobald einer von uns die Stange schön entblättert hatte, nahm sie uns die Leckereien wieder ab, als sie so weich waren, dass My Lady quasi nur noch zu schlucken brauchte. Aber sie war uns so sehr gnädig gestimmt und wer will schön ständige Scherereien mit dem weiblichen Geschlecht haben.

So haben wir alle noch einen schönen gemeinsamen Tag verbracht und freuen uns schon auf das nächste Treffen.

  

24.12.10

Inzwischen sind wir schon 5 Monate alt und Alasca hat uns eben mal wieder Bericht erstattet über die komischen Verhaltensweisen ihrer Zweibeiner:

Frauchen und Herrchen verfielen kurz vor Weihnachten in so eine merkwürdige Stimmung. Spannung lag in der Luft. Sie begannen auf die Jagd zu gehen, einkaufen nennen die das. Unsere Freude darüber war allerdings immer nur von kurzer Dauer. Da brachten die so leckere Sachen mit und was machten die damit? Ohne auch nur mal wenigstens zu probieren steckten sie alles ungegessen in so einen kalten Schrank. Hey was soll das, wenn ihr das nicht mögt, dann gebt es mir oder zeigt mir wenigstens wie das blöde Teil aufgeht, dann hole ich es mir selbst. Es geht doch nichts darüber sich so eine leckere eisgekühlte Gans, so langsam auf der Zunge zergehen zu lassen.... .

Aber nicht nur Leckereien brachten sie in ihrem Sammelwahn mit, sondern auch so komisches nutzloses Zeug, was dann später in buntes Papier eingewickelten. Nicht schlecht gestaunt habe ich als sie in ihrer Fürsorglichkeit auf einmal mit einem riesigen Baum in der Tür standen. Bestimmt wollten sie ihn vor den Schneemassen retten. Ich fand das toll und habe mich gleich heimisch gefühlt und darunter gekuschelt. Frauchen war wenig begeistert, weil sie unbedingt noch so komische Fäden und Bälle daran hängen wollte. Und damit die Zweibeiner mit ihrem schlechten Augenlicht die merkwürdige Deko besser betrachten können, haben sie das Ding auch noch beleuchtet. Verteidigt haben sie die merkwürdige Konstruktion, als ob es ein gefüllter Futternapf wäre. Mir wurde direkt klar gemacht, dass eine unsichtbare Grenze außen herum verlief und das Grenzverletzungen nicht toleriert werden... . Na, ich wollte keinen Krieg, also habe ich mich dran gehalten.

Aber dann war meine Geduld doch am Ende. Als ob die Verunstaltung des schönen Baums noch nicht reichte, fingen sie an noch ein Holzhäuschen darunter zu stellen (auf meinen alten Liegeplatz!). Hinein kamen kleine Figürchen und ein paar Tiere. Aber was war das? Ich traute meinen Augen kaum. Unter den Tieren befand sich auch ein Collie, den sie weit hinten ins Häuschen zu den Hirten stellten. Na wartet ab, das geht ja gar nicht, vor 2000 Jahren gab es noch gar keine Collies! 

Also kurz abgewartet, bis Frauchen und Herrchen den Besuch an der Tür empfingen und dann kam meine akrobatische Seite hervor, wobei mir meine lange Collienase sehr zu Gute kam. Ohne auch nur ein Figürchen umzustoßen bahnte ich mir meinen Weg durch das Wirrwarr, holte den Collie vorsichtig hervor und dann schnell ab auf die Decke und schlafen gestellt. Frauchen schaute etwas kritisch. Besuch kommt und ich liege schlafend auf der Decke... . Da war der Schneespaziergang vorher vielleicht doch ein wenig zu lang gewesen, meinte sie.

Dann führten sie stolz ihrem Besuch den Bällebaum vor und die Krippe.... . Frauchen merkte gleich, dass etwas Entscheidendes fehlte und das arme Herrchen war gleich der Hauptverdächtige. Wer sollte es auch sonst gewesen sein. So quälte ich mich den ganzen Abend dahin, schön brav auf der Decke, Frauchen guckte schon ganz besorgt. Der Mund völlig ausgetrocknet, denn der Wassernapf war so weit weg und ich war unter Dauerbeobachtung. Als ich dann aber auch auf den nächsten Spaziergang verzichten wollte kam Frauchen besorgt an, um mich zu streicheln und durchzuchecken. In Bruchteilen von Sekunden war sie dahin, meine Arbeit von Stunden. Mit einem Griff zog sie den kleinen Collie  unbeschädigt zwischen meinen Vorderbeinen hervor und konnte es nicht fassen.

Nachdem ich mir einen längeren Vortrag über mich ergehen lassen musste, stürzte ich halb verdurstet erst einmal zum Wassernapf und tobte mich draußen aus. Als wir zurück kamen und Frauchen auf die Toilette ging und Herrchen sich mit dem CD-Player auseinander setzte (der übrigens gleich neben der Krippe steht), schaffte ich es ein weiteres Mal mir die Colliefigur auf meine Decke zu holen. Herrchen war wieder der "Gelackmeierte", denn er hatte nichts bemerkt, manchmal kann er einem wirklich leidtun. Und dann haben sie mir die Figur wieder abgenommen. Schnief... . Da musste ich mich von all meinen Geschwistern trennen und darf noch nicht einmal so einen kleinen Kerl mit auf meine Decke nehmen. Dabei sind wir Collies so gesellig! Und dann haben sie die Gans auch noch ganz alleine aufgefuttert. Das war das traurigste Weihnachtsfest meines Lebens ... Schnief!!!

 

01.01.11

Das war eine tolle Nacht. Wir durften mit zu Freunden. Ich habe mich von meiner besten Seite gezeigt, auch die Katzen habe ich brav in Ruhe gelassen. Naja fast von meiner besten Seite. Die Gastgeber hatten einen angenehm niedrigen Wohnzimmertisch. Endlich konnte man ohne Verrenkungen genauere Untersuchungen vornehmen, was da alles so herum steht. Aber meine Schlürfgeräusche waren dann doch wohl zu laut, als ich mit meinen Erforschungen an die Füllungen der Gläser anlangte. Bier schmeckt lecker, Ananassaft nicht ganz so gut, aber am schlechtesten bekam mir Frauchen und Herrchens Laune danach. Habt ihr noch nie was von Jugend forscht gehört? Wie soll ich mir ein genaues Bild über Euch Zweibeiner machen, wenn ich noch nicht einmal Eure Ess- und Trinkgewohnheiten näher untersuchen darf. Schließlich hantiert ihr auch ständig in meinem Wasser- und Futternapf. Noch nie was von Gleichberechtigung gehört?

Als am Abend immer wieder so laute bunte Lichtblitze über den Himmel zogen wollte ich unbedingt wissen, was da draußen los ist, bis Frauchen mich endlich auf den Arm genommen hat, damit ich besser aus dem Fenster schauen konnte. Noch nie was davon gehört, das wir Hunde Nasentiere sind, was soll also die störende Scheibe? Tante Samira darf auch nach draußen mit Herrchen Feuerwerk gucken.  Endlich hatte ich Frauchen so weit  und ich wurde aus meiner Gefangenschaft entlassen und durfte endlich raus - das war toll!

Beim Spaziergang am anderen Morgen stand Frauchen jedes Mal kurz vorm Herzinfarkt, nur weil ich immer wieder so kleine runde Teile draußen einsammelte. Na gut, dann buddeln wir halt unschuldig im Schnee. Mit Präzisionsarbeit (vielleicht sollte ich später Archäologin werden) arbeitete ich sorgfältig meine Schätze aus dem Boden und führte sie stolz Frauchen vor, aber sie schien auch keine eingefrorenen Silvesterkracher zu mögen. Ich werde diese Zweibeiner nie verstehen... .

 

12.01.11

Inzwischen sind wir 6 Monate alt und Alasca berichtet:

Heute haben wir das Projekt  "Jugend forscht"  weiter fortgeführt. Frauchen legt immer so viel Wert darauf, dass ich alles genau kennenlerne, aber manchmal gehen ihr einfach die Ideen aus, so dass ich selber etwas nachhelfen muss, was mal mehr und mal weniger Anklang findet. Ich denke, ich soll zur Selbständigkeit erzogen werden. Frauchen brummelt sich dann immer etwas in den Bart, von wegen dass sie aber noch gerne die Fäden in der Hand halten würde - ich glaube zu Weihnachten schenke ich ihr Strickzeug.

Herrchen hatte kürzlich  dann auch eine tolle Idee. So fuhr er mit uns allen zu einem abgelegenen Waldweg. Nachdem Mama und Tante Samira sich zunehmend weigern 24 Stunden täglich mit mir zu spielen, bin ich ständig auf der Suche nach neuen Freunden. Als wir ein Stück unterwegs waren, knarrte es plötzlich im Unterholz und hervor kam etwas großes Dunkles. Oooah - was ist das denn - der spielt bestimmt mit mir?! Alle erstarrten regungslos - diese Luschen. Alles muss man selber in die Hand nehmen. Also erst mal Eindruck schinden:  Attacke - hin mit Gebrüll (oder besser gesagt "Gebell"). Frauchen schien auch ganz begeistert, denn sie schrie wie am Spieß.

Aber was war das für eine Kreatur? Statt mitzuspielen, blieb der Koloss einfach stehen und senkte sein Haupt. Also Taktik ändern. In einem Indianerfilm habe ich mal gesehen, dass zügiges Umzingeln den Feind verwirren soll und man so die Illusion erzeugt, dass man in der Überzahl ist und da ja keiner mitmacht.... . Also das Vehikel in irrsinnigem Tempo laut lärmend umkreist. Die anderen Zwei- und Vierbeiner trauten sich noch immer nicht ran, wobei Frauchen den Eindruck machte nach vorne spurten zu wollen, um mich zu packen - aber dafür musst Du mich erst mal kriegen! Also weiter!

Aber auch das merkwürdige Ungetüm war echt komisch. Es trat vielversprechend einen Schritt vor. Frauchen schien kurz vorm Ohnmachtsanfall.  Und dann drehte es sich einfach weg und rannte zurück ins Unterholz. Herrchen vermutete schon, dass dem Wildschwein sei schwindelig geworden von dem wilden Umkreisen. Angreifen hätte es aber eh' nicht können, bestenfalls die zur Salzsäule erstarrten Gaffer am Rande, denn so sportlich schnell wie ich ist keiner!!!

Meine Zweibeiner sind übrigens leicht zu erziehen. Als ich zuletzt im Garten die ungezogenen, laut keckernden Elstern anbellte, schimpfte Frauchen und schickte mich auf die Decke. Mama und Tante Samira haben mir immer eingetrichtert, ich solle die Zweibeiner immer genau beobachten. Also habe ich kurz eins und eins zusammengezählt. Und fortan brauche ich nur einmal kurz zu bellen, wenn ich wieder ins Haus möchte und zack geht die Terrassentüre auf und ehe Frauchen etwas sagen kann, bin ich schon durchgestürmt auf meine Decke. Das fluppt mit ihr. Wer kann schon von sich behaupten, dass er einen Portier hat, der so auf Zack ist!  

Aber lange hielt die Freude nicht an. Da hatte Frauchen das Spiel durchschaut - so ein Ärger! Hier ist sie mir auf die Schlicke gekommen, aber bei vielem anderen noch nicht. Aber jetzt lieber bin ich lieber still, bevor ihr noch jemand was verrät!

Bis zum nächsten Mal!

 

05.03.11

Inzwischen sind wir schon 7 Monate alt. Alasca hat heute wieder von so einem komischen Brauch im Rheinland erzählt. Da will ich auch unbedingt mal hin!

Die Zweibeiner sprechen von der 5. Jahreszeit - so ein Quatsch - das steht in keinem Schulbuch! Das scheint irgend so eine Krankheit zu sein, die besonders im Kölner Raum verbreitet ist. Die Leute dort werden für ein paar Tage völlig verrückt. Magic meinte schon mal, dass die dann besonders "schissig" sind. Sie trauen sich anscheinend nicht mehr normal gekleidet vor die Türe zu gehen. Stattdessen verstecken sie sich hinter irgendwelchen bunte Stofffetzen und sehen total "Banane" aus! Ob sie glauben, dass man sie so nicht mehr erkennt?

Exfrauchen hat sogar vor den Vierbeinern nicht Halt gemacht. Da mussten Mama, Alasca und sogar Tante Samira so komische Hüte anziehen. War das peinlich! Erst haben die sich dann gar nicht mehr vor die Türe getraut. Aber als sie sahen, dass selbst der schicke Rüde von gegenüber eigentlich ganz taff mit seinem Outfit wirkte, da haben sie sich doch so ganz vorsichtig vor die Türe getraut.

Exfrauchen schien der Sache auch nicht ganz zu trauen, denn sie hat die drei dann im  offenen Auto versteckt, während sie sich dann mit anderen verrückten Zweibeinern an den Straßenrand stellte. Sie weiß wohl nicht mehr wie das ging mit dem Spazieren gehen!? Hallo - Wir wollen los! Aber was ist das?

Aus der Ferne kommt so merkwürdige Musik immer näher heran und die Zweibeiner fangen an so komisch herum zu zappeln. Hey - immer schön vorwärts bewegen - und vor allem nehmt uns mit!!!

Stattdessen nimmt das Elend seinen Lauf. Da biegen doch so merkwürdige Fahrzeuge plötzlich um die Ecke. Voll von jecken Zweibeinern, auch so merkwürdig vermummt. Wahrscheinlich sind das die Transportwagen von den Männern mit den weißen Kitteln, um der Lage wieder Herr zu werden. Aber bitte nicht Frauchen mitnehmen, wer soll uns sonst mit Nahrung weiter versorgen - denn so ein paar Vorteile haben die Zweibeiner ja doch .... .

Skeptisch wurde dem Umzug entgegen geschaut. Aber was war das? Fast aus jeder Gruppe löste sich einer heraus und überbrachte Geschenke!!! Tante Samira bekam reichlich Nachschub für ihre Bällesammlung. Alasca und Mama aalten sich in Frisbeescheiben, Kuscheltieren und anderen tollen Dingen. Und so mancher war neidisch auf unsere schönen Tribünenplätze, wo wir Vierbeiner die Wahl haben, entweder vorne an der Laderampe oder hinten im ruhigen Innenraum. Natürlich saßen wir alle vorne, um nichts zu verpassen! Während die Zweibeiner im eisigen Wind frierten. Mensch, Karneval ist echt klasse!

 

 8 Monate:

Hier mal wieder ein Schwank aus Alascas Leben:

Der Frühling hat begonnen! Nicht nur wir, sondern auch unsere Zweibeiner halten sich jetzt immer öfter im Garten auf.

Letztens hat Frauchen angefangen im Garten zu arbeiten und ich habe beschlossen ihr zu helfen.... . Ich habe ihr genau auf die Finger geschaut. Sie ist hingegangen und hat von diesem Grünzeug, "Unkraut" nennt sie es, dass in unserem Garten wächst, sich das herausgesucht, was nicht schmeckt und hat es mit ihren verlängerten Pfotengliedern gegriffen, herausgezogen und gesammelt (wofür auch immer - vielleicht gibt es heute Abend Gemüsesuppe).

Nachdem ich eine Zeit lang genau zugeschaut habe, bin ich, da ich nicht arbeitsfaul bin, auch zur Tat geschritten. Erst habe ich es ebenfalls mit meinen Pfoten versucht, aber irgendwie fehlte mir die Fingerfertigkeit.  Dann habe ich meine Zähnchen zur Hilfe genommen. Vorsichtig habe ich  das Grün damit umschlossen, an der Ecke, wo es mich schon immer gestört hat. Und ein kurzer Ruck, da war es ab. Dann zu Frauchen gelaufen und das Werk stolz präsentiert. Aber irgendwie schien sie meine Begeisterung nicht wirklich zu teilen. Stattdessen murmelte sie etwas von "schönem Rhododendron", was auch immer sie damit meinte. 

Also nochmal genau hingeschaut und erneut probiert. Stolz präsentierte ich mein neues Mitbringsel in meinem Fang. Diesmal schien sie näher interessiert, denn sie wollte auch etwas von dem schönen Zweig haben, der mir aus dem Mund schaute. Kaum hatte sie ihn in den Fingern, da kräuselte sich schon wieder ihre Stirn.... .

Aber alle guten Dinge sind drei. Da Frauchen auf Körpersprache steht, habe ich  beim nächsten Versuch alle meine schauspielerischen Raffinessen ausgegraben. Kopf in leichter Schieflage, Kulleraugen und Unschuldsblick. Und dann ein kleines Büschel Gras zwischen meinen Lippen. Denn da war ich ganz sicher, gestern beim Rasenmähen hat sie das mit so einer lauten Maschine auch abgeschnitten. Während ich  das schon ohne mechanische Hilfe kann. Aber Frauchen schien mir immer noch nicht zu trauen. Wie von der Tarantel gestochen sprang sie auf und suchte nach dem "Loch im Rasen". Als ob ich so etwas machen würde. Also führte ich sie zu der Stelle, wo das Gras zwischen den Blumen im Beet sprießte und schwubs war das nächste Büschel herausgeholt.

Frauchen hat fast ein Salto geschlagen vor Freude, so stolz war sie! Tja, das kann halt nur ein waschechter Amerikanischer Collie!

So, dann macht's Mal gut! Vielleicht sieht man sich ja mal irgendwann live und Ihr könnt schauen zu was für einen stattlichen Burschen ich mich entwickelt habe  (Deckrüde: "Rose River's A Rave of Colors")!

Euer Rave

 

Anfang:    Raven's Tagebuch - Geburt - 3 Wochen

 

 

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 04.08.10:

Heute ist  "Feiertag":  Wir sind 4 Wochen alt geworden! Frauchen und Herrchen haben heute ihren 20. Hochzeitstag! Ich hoffe so etwas passiert mir nie - 20 Jahre mit ein und derselben Frau - wo es doch so viele interessante Frauen auf der Welt gibt. Da hat Herrchen wohl nicht gut aufgepasst.

Aber unser neues Zimmer mit Aussicht hat er hervorragend hinbekommen. Statt 3 m² haben wir jetzt  9 m²  vom Wohnzimmer in Beschlag.  Und das alles auch noch rundherum mit Aussicht, so dass wir nun wirklich alles genau mitbekommen - einfach klasse! Mama kann sich jetzt auch viel besser bewegen, wo nicht mehr alles mit uns Welpen ausgefüllt ist.

Und dann dieser neue Bodengrund - fast so schön wie Schnee, "Sägespäne" sagt Herrchen dazu. Mit Anlauf hinein und wusch!!!

Heute haben wir eine Pediküre an den vorderen Füßen verpasst bekommen, damit wir Mama nicht mehr so sehr mit Streifenmustern versehen, wenn wir an der Milchbar stehen, dabei sieht das so schön aus.  Frauchen war beeindruckt, wie schön still wir beim Krallen schneiden gehalten haben. Mama war von dem Ergebnis hell auf begeistert.

 

05.08.10:

Unsere neue Behausung ist einfach super! Jetzt muss man nicht mehr mühselig über den Rand der Wurfkiste (des Pools) schauen, sondern man hat jetzt in allen Lebenslagen alles sofort im Blick! Aber das Gitter hätte man ruhig weglassen können. Wenn Mama z.B. wehrlos schlafend vor uns liegt, dann wäre das für uns eigentlich die Gelegenheit ihre Milchbar zu überfallen, aber da ist noch dieses verdammte Gitter... . Aber wenn wir sie dann rufen ist sie gleich bei uns und stillt unseren Durst.

Tante Samira findet es auch toll uns nun den ganzen Tag zuschauen zu können. Zwischendurch kommt sie, damit wir uns beschnüffeln können. Bis zur Haustüre haben wir jetzt alles im Blick. Wenn sie auf ist, können wir auch Autos und verschiedene Passanten erblicken.

An unserem Gartenauslauf haben wir heute auf einen Stock, mit einem faszinierenden runden Teil daran vorgefunden, dass sich  kräftig im Wind drehte. Ein gewisser "Oohh-Effekt" machte sich unter uns breit. Frauchen hat heute wieder die Malerfolie hingelegt. Bei dem kräftigen Wind flog sie zum Teil bis zu einen Meter hoch. Aber die Windmühle war viel spannender.  

06.08.10:

Heute sind wir wieder mit dem Auto gefahren. Bei einem Zwischenstopp sind wir merkwürdigen Vierbeinern begegnet. Sie waren viel größer als Mama und beim Gehen haben die Füße so komisch geklackert. Und obendrauf saß auch noch ein Mensch!? Jeder von uns versuchte sich in der Transportbox den besten Platz zu erobern, um die beste Aussicht auf dieses riesige Etwas zu haben. Auch hier hätte man die Gitter ruhig weglassen können. Wie gerne hätten wir mit den Vierbeinern gespielt. Aber die haben uns einfach links liegen gelassen und gar nicht weiter beachtet.

Den anderen habe ich später gezeigt, wie man Bälle trägt, die noch nicht ins Maul passen. Frauchen hat uns extra welche mit Kordel dran gegeben. Also einfach mit den Zähnen an der Kordel gepackt und dann quer durch den Auslauf geschleppt, immer schön so, dass der Ball nicht den Boden berührt. Auch Luftsprünge sind jetzt an der Tagesordnung. Schlafen tun wir immer weniger.

Hatte ich erzählt, dass wir inzwischen schon eingeweichtes Welpentrockenfutter mit unters Essen bekommen? Das ist was Leckeres. Und Frauchen stellt uns jetzt immer ein Schüsselchen mit so einer durchsichtigen Flüssigkeit hin, die nach nichts schmeckt. Da bin ich heute Morgen begeistert auf das neue Schälchen zugelaufen und habe mich auf ein leckeres Frühstück gefreut, und da stellt die uns nur ein leeres Gefäß hin. Als ich versuchte herauszufinden, ob sich nicht vielleicht doch noch ein paar winzig kleine Krümelchen darin befinden, da berührt meine Nase plötzlich irgend so eine kalte Flüssigkeit. Geprustet habe ich, um das Zeugs wieder aus der Nase zu bekommen. Nicht richtig zu sehen, aber doch irgendwie da!?! Was soll das denn sein? Will die uns vergiften?  Aber Frauchen meint, das muss so sein. Also habe ich mich nochmal vorgewagt. Diesmal vorsichtig mit der Zunge voran. Und siehe da, das Zeug lässt sich ja trinken, aber Milch schmeckt viel besser.

Der neue Auslauf ist wirklich prima. Wann immer wir wach sind und nicht gerade mit Nahrungsaufnahme beschäftigt sind, wird kräftig getobt. Da geht es mit Vollgas von einer Ecke in die andere. Wenn einer noch daliegt und schläft, dann wird er als Bremsklotz genutzt. Ist er dann immer noch nicht wach, um mitzuspielen, dann wird er so lange mit den Zähnchen bearbeitet, bis er Lebenszeichen von sich gibt. Als besonders effektiv hat sich das Knabbern an den Öhrchen und am Schniedelwutz erwiesen. Herrchen kriegt es dann immer zu viel. Aber manch einer von den Geschwistern reagiert merkwürdigerweise dann auch immer etwas beleidigt und will dann erst recht nicht mehr mitspielen. Komisch... .

 

07.08.10:

Heute sind wir einen Monat alt geworden und Herrchen hat den neuen überdachten Außenauslauf fertig gestellt. Hierzu hat er die überdachte Terrasse mit den Seitenwänden mit einbezogen. Was für ein schöner Spielplatz!

Frauchen hat uns heute einen neuen Wassernapf  hingestellt. Alasca hat gleich herausgefunden, dass er sich wunderbar als Swimmingpool nutzen lässt. Mit Anlauf hinein und wieder heraus. Ein paar von uns anderen haben es ihr gleich nachgetan. Frauchen hat diesmal nur gelacht und sich nicht so komisch angestellt, wie damals bei der Milch. Magic, der am liebsten neben Futternäpfen aller Art schläft (dann kann er besser vom Essen träumen) war jedes Mal ganz überrascht, wenn er mit einer Wasserdusche geweckt wurde. 

Amazone hat festgestellt, dass man beim Fangenspielen den Vordermann gut am Hinterteil packen kann und ihn dann so zum Stoppen bringt.

Da unsere Krallen und Zähne immer wirkungsvoller werden setzten uns die Zweibeiner jetzt immer mehr Grenzen beim Spielen. Und okay, damit wir sie bei Laune halten, gehen wir halt früher (oder manche später) darauf ein. 

Frauchen, Herrchen, Mama und Tante Samira lassen uns jetzt auch schon mal kurze Zeit alleine. Wir sehen sie dann zur Haustüre hinausgehen. Nach kurzem Spiel legen wir uns dann Schlafen. Und wenn das Schloss an der Haustüre bei Ihrer Rückkehr klackt, dann gehen direkt alle Köpfe hoch und wir schauen ihnen schon gespannt entgegen.

 

08.08.10:

Ein Wunder! Heute ist das Wasser, das sonst immer nur in unserem Napf ist, ganz laut vom Himmel gefallen. Es hat überall ganz laut geprasselt, insbesondere auf dem Dach, über unserem neuen Auslauf. Auf den Platten draußen ist es, nach dem Aufprallen wieder richtig hochgespritzt. Das war ein Getrommele. Es war so laut, dass wir Frauchens Stimme gar nicht mehr hören konnten, obwohl sie gerade mit uns im Auslauf spielte. Aber ihre Mimik war ganz ruhig. Also haben wir uns ganz vertraut an sie gekuschelt.

Doch irgendwann wurde das doch recht langweilig und wir haben beschlossen weiter zu spielen. Herrchen hat uns nämlich eine große Kunststoffmuschel in den Auslauf gestellt, mit lauter Bällen darin. Als ich versucht habe mir so einen Ball zu schnappen, erwies sich mein Mäulchen als zu klein. "Flitsch" machte es jedes Mal, als ich mit meinen Zähnen abrutschte und das runde Etwas schoss ein Stück weiter vor. Also habe ich mir den nächsten Ball vorgenommen und das selbe wieder.... und wieder .... und wieder. Und dann habe ich herausgefunden, dass es tierischen Spaß macht, so die Geschwister abzuschießen... .

Herrchen hat den Außenauslauf so gebaut, dass man ihn bei Schlechtwetter, über die geflieste Terrasse, mit dem Innenauslauf verbinden kann. So haben wir 25 m² Fläche von den Zweibeinern für uns eingeheimst und dazu noch den Gartenauslauf. Wenn es so weiter geht, gehört das Territorium bald ganz uns. Wir müssen Herrchen und Frauchen nur genügend Honig um den Mund schmieren.

Als wir das erste Mal ins Außengehege entlassen wurden, haben wir sofort am Zaun randaliert. Da haben die Menschen uns doch tatsächlich von diesem tollen fließenden Wasser ausgeschlossen, dass etwa einen Meter von uns entfernt vorbei plätschert. Haben die denn noch nichts davon gehört, dass fließendes Wasser viel gesünder ist und vor allem besser schmeckt, als das abgestandene in unseren Näpfen. Die Zweibeiner müssen noch viel lernen!

 

09.08.10:

Heute hat man unser schönes plüschig gewordenes Fell bewundert. Auch Gewichtsmäßig haben wir kräftig zugelegt. Wir kommen inzwischen auf ein Gewicht von 3 bis 3,5 Kilo.

Vision entwickelt sich zurzeit zum Flummi. Sie springt voller Freude senkrecht in die Luft und schießt dann ein paar Meter vor, um sogleich wieder in die Luft zu springen und absolviert dabei noch eine 180°-Wendung. Oder sie springt auf Höhe des Menschen, der gerade mit im Auslauf sitzt, hoch bis auf Augenhöhe "Schau mir in die Augen Großer" und rennt dann wieder los. Angeberin!

Alasca hat sich heute wiedermal ein neues Spiel ausgedacht. Man dockt an Mamas Schwanz an und lässt sich dann abschleppen, immer schön im Kreis herum. Mama fand das irgendwie gar nicht so komisch... . 

 

10.08.10:

Heute war "Papptag". Erst hat Frauchen uns eine Papprolle gegeben, die wir dann stolz im Wechsel durch die Gegend getragen haben, allen voran  Ace. Dann hat sie uns einen Tunnel aus Pappkarton in den Auslauf gestellt. Nach kurzer Beratung haben wir Vision als Versuchskaninchen auserkoren. Ganz cool ist sie drauflos marschiert und dann einfach hindurch. Was die kann - das können wir auch haben wir Jungs uns gedacht und zack, ging es hinterher. Nur dass wir uns für die "Besichtigung" des Kartoninneren etwas mehr Zeit gelassen haben.

Zum Nachmittag haben wir dann noch eine schön rappelnde durchsichtige Plastikflasche, gefüllt mit Steinchen bekommen. Nachdem alle Versuche gescheitert sind an die Steine direkt heran zu kommen, kam Amaze auf die Idee sich mit Anlauf auf die Flasche zu werfen und dann geräuschvoll mitsamt dieser nach vorne kullern zu lassen. 

Seit ein paar Tagen meint Mama, sie müsse uns zunehmend erziehen, d.h. ihren Willen aufzwingen... . Wenn wir zu wild spielen, dann stupst sie den Verursacher an, bis er vorsichtiger wird. Wenn wir es mit Mama zu wild treiben, dann zeigt sie uns die Grenzen auf. Aber sie zeigt uns auch, wie man sich untereinander mitteilt und spielt, angefangen von Spielaufforderungen (Vorderkörpertiefstellung mit Wedeln), über leichtes Pfoten touchieren bis hin zu behutsamen Spielereien in angemessener Distanz. Zwischendurch wird immer wieder eine Pause eingelegt, mit zärtlichen Knabbereien, Beschnuppereien und Leckereien. Die Zweibeiner schauen immer ganz fasziniert zu, wie sie uns Verhalten, Mimik und Gestiken der Hundesprache lehrt.

 

11.08.10:

Heute sind wir 5 Wochen alt geworden. Als wir im Garten waren, überlegte Frauchen schon, ob wir vielleicht Windhunde statt Collies sind, so ausgelassen haben wir hin und her gefegt. Ace hat es heute geschafft die Waage zu "sprengen". Die 4 Kilo Lebendgewicht zuzüglich Wiegeschüssel hat die Waage dann doch nicht mehr gepackt. Frauchen kocht einfach zu gut. Heute gab es das erste Mal eine geknetete Kartoffel mit unters Futter. Gestern haben wir abgekochtes fein gehacktes Fleisch mit unter unser eingeweichtes Welpentrockenfutter bekommen. Besonders lecker ist  auch etwas Quark zu unserem Welpenbrei.  Zwischendurch dann immer wieder einen Schluck von Mamas Milchbar und die Welt ist in Ordnung.

 

12.08.10:

Inzwischen sind wir so groß, dass wir draußen alle ohne Menschenlift in die Ballkiste kommen. Das ist ein Spaß! Ich bin immer noch der Ballkönig und zeige den anderen, was für tolle Sachen man machen kann.

Heute sind wir zum ersten Mal mit Herrchen alleine Auto gefahren. Wir haben uns wieder ganz artig hingelegt und geschlafen.

Mama hat sich heute zu uns gelegt und gezeigt, wie man auch flach auf dem Boden liegend wunderschön spielen kann, zuzüglich sanfter Pfotenstupser und untermalt von ganz leisen Spiellauten. Bis das alles Mal so ausgefeilt klappt müssen wir aber noch etwas üben. Aber wir haben ja eine tolle Lehrerin. Wenn wir durch die Gegend laufen und Mama erscheint irgendetwas zu gefährlich oder wir gehen irgendwo dran, wo wir nicht dran gehen sollen, dann verpasst sie uns Stupser, bis wir die Richtung wieder wechseln. Sie sorgt sich wirklich prima um uns, auch wenn wir den Sinn nicht immer so ganz einsehen - noch nie was von antiautoritärer Erziehung gehört? 

 

13.08.10:

Heute hatte Frauchen sich in den Kopf gesetzt, dass  "Beschallungstag" ist. Das meiste war zwar ungeplant, aber ergab sich halt so schön. Es fing mit dem Müllauto an. Schon seit längerem versucht Frauchen den laut lärmenden Wagen abzupassen. Heute hat es endlich geklappt. Aber was hat sie erwartet? Wir konnten Mama und Tante Samira lagen ganz cool in der weit geöffneten Haustüre liegen sehen, also was soll uns das dann belasten?

Kaum waren wir im Garten, da ging, zu Frauchens Freude, die Sirene von der freiwilligen Feuerwehr los. Wer weiß, vielleicht hat sie irgendwo Feuerteufel gespielt?

Als Mama mit im Auslauf war, packte Frauchen den Rasenmäher aus, den wir bisher mehr aus der Distanz kannten. Heute mähte sie bis an unseren Zaun heran. Erst waren wir etwas skeptisch, aber als wir sahen wie ruhig Mama blieb, da merkten wir schnell, dass der Rasenmäher anscheinend eng verwandt ist mit dem Staubsauger. Beide sind zwar laut, tun aber nichts und werden von Frauchen gut gebändigt. Also kein Grund zur Panik. 

Heute haben wir das erste Mal etwas Obst mit unters Futter gemischt bekommen, geknetete Banane, das war echt lecker.

Inzwischen sind wir richtig hochbeinig geworden und damit auch viel schneller. Die Runden, die wir drehen werden immer größer. Alascas Schwanzfesthaltespiel hat inzwischen in etwas abgewandelter Form die Runde gemacht. Das Opfer wird jetzt nicht mehr festgehalten, sondern der Schwanz bietet sich wunderbar als Andockstelle an, wenn man den Vordermann beim Fangenspielen "stellt".

 

14.08.10:

Heute hatten wir Besuch von einer der zukünftigen Welpenbesitzerfamilien. Das war ein Spaß. Die großen Zweibeiner hatten zwei kleine Zweibeiner dabei, die die ganze Zeit mit uns gespielt haben. Da brauchte man sich gar nicht so zu recken, um auf Augenhöhe zu kommen. Ganz behutsam sind sie mit uns umgegangen und ein jeder von uns hat sich von seiner besten Seite gezeigt.

Bei dem schönen Wetter konnten wir zum ersten Mal von morgens bis abends draußen bleiben. Das war toll. Danach waren wir aber auch so richtig müde.  

 

15.08.10:

Heute wurden wir zum ersten Mal geduscht. Wann immer wir in den Garten gebracht wurden, konnte Frauchen die Uhr danach setzen, dass es in der nächsten viertel Stunde so richtig schön kräftig anfing zu regnen. Uns hat das nicht weiter gestört, Hauptsache wir konnten toben.  Aber Frauchen hatte was dagegen, damit wir nicht auskühlen, denn Zeit und Muße uns in den Unterschlupf zulegen hatten wir keine. Mama konnte das beim zweiten Mal auch nicht mehr mit ansehen und hat dafür gesorgt, dass wir unter dem Regenschutz  (Igluzelt) blieben, indem sie ihre Milchbar dort öffnete. Als sie fertig waren, ließ Frauchen aber nicht mit sich diskutieren, sondern sorgte dafür, dass wir zügig nach drinnen kommen, damit wir nicht auskühlen. Von unserem Spruch "Was uns nicht tötet, macht uns nur noch härter" hielt sie irgendwie gar nichts. Das Heraus- und kurz darauf wieder Hereinbringspielchen haben wir über den Tag verteilt noch ein paarmal wiederholt. So konnte Frauchen wenigstens ihre Armmuskeln trainieren und wir haben unsere ersten Pfützen kennenlernen können.

Das Fotoshooting erwies sich heute auch als etwas mühselig, da Frauchen verzweifelt versuchte ein paar Modelfotos von uns begossenen Collies (nicht Pudeln) in den Momenten zu knipsen, als es noch nicht so kräftig regnete. Aber Petrus war heute gnadenlos mit uns Erdlingen. So hat Frauchen die Pausen gefüllt, indem sie  ihre Homepage mit noch ein paar Informationen über den "American Collie" füllte. Zwischendurch hat sie toll mit uns gespielt.

Beim Spielen singen wir inzwischen ein ganzes Repertoire an verschiedenen Melodien herauf und herunter, um den gegenüber zu beeindrucken. Mama hat uns heute wieder mit einer zusätzlichen Mahlzeit beglückt. Wenn Frauchen nicht zu nah ist, dann versorgt sie uns ab und zu mit einer hervorgewürgten, vorverdauten letzten Mahlzeit (ganz wie bei den Wölfen).

Jetzt warten wir sehnsüchtig auf unser zweibeiniges Patenkind Tobias, der für ein paar Tage bei uns wohnt und immer so tolle Spiele mit uns spielt. und uns so toll mit versorgt hat.  Wir wollen ihm gratulieren, denn heute hat er bei einer Spezialzuchtschau für Amerikanische Collies, das Juniorhandling, mit einem ihm völlig fremden Jungrüden gewonnen. Wir sind mächtig stolz auf Ihn! 

 

16.08.10:

Heute war so eine Frau hier und hat uns von oben bis unten begutachtet und befummelt.  An unserem besten Stück war sie dran, und hat nach irgendetwas getastet. Herrchen und Frauchen schienen sehr zufrieden mit dem Ergebnis zu sein. Dann hat sie so eine runde Metallscheibe auf unserem Brustkorb herum geschoben und uns in alle Körperöffnungen geschaut. Alles war bestens.

Dann hat sie so eine riesen Nadel ausgepackt. Mit der Schere hat sie erst unseren kostbaren Halskragen an einer Stelle einfach so beschnitten. Weder Mama noch Frauchen haben protestiert. Und dann hat sie diese Riesennadel in die Hand genommen und hat schonungslos zugestochen.... . Todesmutig und tapfer, bis in die letzte Haarspitze, haben wir diese Tortur ausgehalten. (Psst: nicht verraten, aber in Wirklichkeit haben wir so gut wie nichts gespürt und die Untersuchung war eine willkommene schöne Abwechslung.... .)

Herrchen und Frauchen waren auf alle Fälle hoch zufrieden, dass die Tierärztin befunden hat, dass mit uns alles in Ordnung ist und wir nun alle gechipt sind, damit man uns überall eindeutig identifizieren kann. So kann auch am Mittwoch bei der Augenuntersuchung nichts mehr schief laufen.

Frauchen hat jetzt die Vorlagen für die TASSO-Registrierung. Hier werden beim Verkauf die zukünftigen Besitzer mit Namen und Adresse eingetragen. Denn sollte mal der unglückliche Fall eintreten (was wir natürlich nicht hoffen wollen), dass einer von uns verloren geht, dann können wir, über die bei Tasso registrierte Chipnummer, wieder zu den Besitzern zurückvermittelt werden. 

Heute haben wir ein Gitterrost mit in den Auslauf bekommen. Wir sind gleich alle hin gestürmt und haben das komische Teil begutachtet und siehe da, wie verabredet standen wir alle binnen weniger Sekunden oben drauf.

Die 14 Tage waren wieder herum, so dass es heute wieder für jeden eine kleine Portion Quark gab, gefüllt mit irgend so einem harten Ding, Wurmkur genannt.  Frauchen amüsiert sich jedes Mal, wenn diejenigen, die schon ihre Portion bekommen haben, den anderen versuchen das Mäulchen auslecken, um mehr zu bekommen. Anstatt uns so schamlos auszulachen, soll sie mal nicht so geizig sein und lieber jedem von uns ein ganzes Quarkpöttchen hinstellen!

 

17.08.10:

Frauchen hat heute wieder versucht uns vergeblich zu ärgern. Bei dem kräftigen Wind hat sie alle möglichen Flattersachen auf gehangen, um uns zu provozieren.... . Aber wir coole Bande lassen uns mit nichts, aber auch Garnichts aus der Ruhe bringen. Wenn irgendetwas anfängt zu wackeln und zu flattern, dann wird es damit erst richtig interessant und muss genauer untersucht werden. Ätsch!

Ich hatte noch gar nicht erzählt, dass Frauchen, seit sie uns nach draußen lässt, immer hin geht und uns heran ruft, bevor sie uns heraus oder später hinein lässt. Man könnte auch sagen, dass sie schamlos unsere auf Toben oder auf ein gemütliches warmes "Nest" oder Futter ausnutzt und sie nur meint uns zu erziehen. Aber letztlich sind wir auch glücklich, wenn alles harmonisch abläuft und wir mit Frauchen die Freude teilen können, dass es irgendwo hingeht. Und wenn einer dabei ungeduldig anfängt zu quengeln, weil er der erste sein will, dann wird er mit einem "Nein" zur Ruhe gebracht und ansonsten erst einmal sitzen gelassen, bis er sich wieder beruhigt hat und erst dann herausgenommen.

Reihum bekommen wir immer wieder mal im Wechsel Mamas altes Geschirr angezogen, damit wir uns schon einmal daran gewöhnen. Demnächst bekommt auch jeder sein eigenes und dann will sie mit uns anfangen ein wenig an der Leine zu gehen. Da bin ich ja mal gespannt! 

 

18.08.10:

Heute sind wir 6 Wochen alt geworden. Das war für Frauchen und Herrchen ein Anlass mit uns auf große Fahrt zu gehen, um dort zu feiern - so dachten wir jedenfalls. Aber irgendetwas ist da völlig aus dem Ruder gelaufen. Es fing alles sehr vielversprechend an. Wir wurden wieder in die Transportbox gepackt. Dann ging es los mit dem Auto, diesmal war es das ganz große Auto. Die Fahrt dauerte viel länger als sonst und als wir dann endlich anhielten und wir schon erwartungsvoll heraus spinksten, da nahmen Herrchen und Frauchen die Box und luden sie mit uns aus dem Auto aus.

Was wir sahen, war richtig spannend. Wir befanden uns auf dem Parkplatz von einem Einkaufszentrum. Es wurde gerempelt und geschubst, jeder wollte möglichst nah am Geschehen sein. Dann wurde wir samt Box über den Platz und Bürgersteig gerollt, bis wir an eine stark befahrene Straße kamen, an der die Autos hin und her schossen. Auch riesige Autos, wie LKWs und Busse waren dabei. Wir konnten uns gar nicht satt sehen. Da hatten Herrchen und Frauchen eine tolle Idee!

Aber dann fuhren Sie uns in eine Tierarztpraxis. Auf dem Schild stand etwas von DOK-Augenarzt und Ophthalmologe (was für ein Ding?). Wir konnten es kaum erwarten aus der Box gelassen zu werden - aber Herrchen und Frauchen ließen uns einfach eingesperrt in unserem Verließ?! Vielleicht hätten wir diese Schonfrist genießen sollen, aber wer weiß vorher schon so genau, was das Leben später bringt? 

Dann haben sie uns einer nach dem anderen herausgeholt. Na endlich haben die begriffen, dass wir toben wollen. Aber wieso holen die immer nur einen von uns heraus? Und statt uns auf dem Boden abzusetzen, wurden wir auf einen Tisch gehievt. Dann hielt so eine Dame in weißem Kittel ein Gerät an unseren Hals und es piepste. Die Chipnummern wurden kontrolliert. Mensch - das hatten wir doch vorgestern erst hinter uns. Was meinen die etwa - wir hätten über Nacht unsere Mikrochips vertauscht? 

Nach eindeutiger Zuordnung ging es dann weiter in so einen kleinen Raum. Erwartungsvoll schaute ich mich um. Was machen die Zweibeiner denn jetzt schon wieder - da knipsen die einfach das Licht aus, wie soll ich denn da die Welt erkunden? Licht bitte - ich will Licht!!!! Und siehe da es ward Licht - aber irgendwie anders, als ich mir vorgestellt habe. Eine grelle kleine Lampe wird direkt auf eines meiner Augen gerichtet und als ich es schnell zu kniepen will, da halten die es mir auf und reden irgendetwas, das ich still halten soll. Aber ich kann immer noch nichts richtig sehen. Links ist es immer noch stocke düster und rechts so hell, dass man auch nichts erkennen kann. Noch nie was von Gleichberechtigung für beide Augen gehört?

Auch die Antwort kam prompt. Rechts ging das Licht aus und links an, genauso grell. Menschen, wenn man nicht  alles selber macht. Als dann endlich wieder vernünftiges Licht anging für beide Augen, in vernünftiger Lichtstärke, da hält mir jemand so eine Flasche ins Gesicht und drückt da irgend so eine Flüssigkeit direkt in meine Augen. Und schon war es wieder vorbei mit dem Sehen - alles war verschwommen.

Dann hieß es wieder warten.......... . Einer nach dem anderen durchlief die gleiche Prozedur. Dann kam wieder jemand in weißem Kittel, und starrte mir mit so einem grellen Gerät ins Gesicht und murmelte etwas von, die Pupillen sind noch nicht richtig erweitert, da müssen wir noch warten. Schon wieder warten, was glauben die eigentlich, was wir hier die ganze Zeit machen? Dabei wäre hier so schön Platz zum Toben! Also wieder warten..... .

Wir waren gerade so schön eingeschlafen, da hieß es ausgerechnet jetzt würde es weiter gehen. Wieder kam einer nach dem anderen von uns auf diesen Tisch - natürlich wurde wieder das Raumlicht ausgeschaltet und wieder so ein kleines helles Licht in unsere Augen gestrahlt. Die Zweibeiner scheinen ja nichts zu begreifen. Aber selber schienen sie auch nichts sehen zu können. Denn die Person, die vor mir saß setzte sich immer so ein komisches Ding auf den Kopf, mit Licht dran und schaute uns dann wieder ganz tief, durch irgendwelche Gläser in die Augen. Vielleicht hoffte sie etwas von unserer Sehkraft herüber beamen zu können.

Einige von uns schliefen bei dieser Prozedur immer wieder ein. Da hatten die Zweibeiner auch schon wieder was zu meckern. Noch nie was von heiligem Welpenschlaf gehört? Dabei versuchten wir uns nur in Traumland zu flüchten, ohne grelle Lichter, mit viel Platz zum toben.

Als wir dann endlich fertig waren und Frauchen glücklich war, dass wir alle frei von CEA, PRA und KAT sind, ging es endlich wieder ins Freie. Auch diesmal ließen sie uns nicht wirklich viel Zeit die neuen Eindrücke auf der Straße zu genießen. Ab ging es wieder zurück nach Hause. Dort haben wir uns dann erst mal für ein paar Stunden auf's Ohr gehauen, bis wir dann endlich wieder in den Garten durften.

 

19.08.10:

Heute war ein wunderschöner Tag. Das Wetter spielte endlich mal wieder mit und wir konnten den ganzen Tag im Freien verbringen. Es wurde getobt  und gerannt. Tauziehen war das Spiel des Tages. Genommen wurde alles was so groß war, dass zwei Mäulchen dran passten.  Höhepunkt war ein Tauziehen zu sechst. Alasca hat als Schiedsrichterin die Sache genau beobachtet. Zu Frauchens Freude  war die Transportbox, immer noch heiß begehrt, wenn es darum ging zwischendurch einen gemütlichen Platz zum Schlafen zu finden. Ein paar von uns bevorzugen dagegen den Platz unter der Strandmuschel (statt darin). Sie zwängen sich unter die Muschel und haben so einen höhlenartigen Schlafplatz. Die Zweibeiner bekommen immer erst mal einen riesen Schreck, wenn plötzlich zwei oder drei von uns fehlen, weil sie uns da so schlecht ausmachen können.  

Frauchen hat heute so ein langes dünnes rundes Etwas vom Haus aus bis quer durch den Garten verlegt. Sie hatte etwas dagegen, dass wir das Teil zum Anbeißen gern hatten. Dann kam auf einmal Wasser vorne heraus. Erst in einem festen lauten Strahl, dann wie unter einer Brause. Erst haben wir uns das Spielchen beguckt, dann wurde Ace vorgeschickt das Ganze näher in Augenschein zu nehmen. Um das besser untersuchen zu können, ging er immer weiter ins Zentrum der herunter regnenden Tropfen hinein, bis er auf einmal Gewahr wurde, dass nicht nur Regenwasser, sondern auch Wasser aus dem Schlauch nass macht, sehr nass sogar, also wieder ein paar Schritte zurück.

Inzwischen wollten wir auch alle wissen, was da genau los ist, also alle ab hinein ins kühle Nass. Manche nur mit dem Kopf, andere bis zur Schwanzspitze. Wer zurück lief, preschte danach direkt wieder los. Was für ein Spaß! Aber Frauchen hatte Angst, dass wir uns verkühlen und stoppte einfach das schöne Spiel.

Stattdessen legte sie den aufgedrehten Schlauch mit etwas festerem Strahl auf die Erde, damit wir auch dies näher untersuchen konnten, ohne zu nass zu werden. Hinzu kam dieses merkwürdige Geräusch, als das Wasser auf dem Rasen und den Platten "aufschlug". Aber irgendwann war auch dieses Spiel zu Ende und Herrchen und Frauchen brachten uns hinein ins Warme. Da gab es noch was Leckeres zu Essen (mit leckerem Quark!) und dann wurde tief und fest geschlafen.

 

20.08.10:

Heute hat Herrchen einen blauen Kreis mit in den Außenauslauf gebracht. Ich bin direkt darauf zu und schwubs hindurch. Dann begann Herrchen den Kreis langsam zu vergrößern, d.h. er versuchte es, denn ich hatte es mir inzwischen darin richtig gemütlich gemacht und meine Geschwister fingen an das Teil zu entern. Mit Hilfe von Frauchen gelang es den Zweibeinern dann schließlich doch, den Kreis zu entfalten und siehe da, es wurde eine 5 Meter lange Röhre daraus!

Mama war auch direkt Feuer und Flamme. Als Frauchen sagte "durch", da schoss sie im Affenzahn hindurch und wir im Pulk hinterher. Wir haben den ganzen restlichen Tag mit dieser neuen Errungenschaft verbracht. Super war auch die Variante, drei von der einen Seite hinein und vier von der anderen und dann Attacke!! Wir wären die perfekten American Footballspieler, ein Check hier und ein Check da und schon sind wir  aneinander vorbei. Auch beim Nachlaufspielen kann man super hindurch Pesen.

Abends hat Frauchen uns ein wenig die Ohren sauber gemacht, damit wir auch das kennen, wenn wir demnächst in unser neues zu Hause ziehen.

 

21.08.10:

Heute haben wir eine Kunststoffschale mit so kleinen harten Kügelchen in unserem Auslauf vorgefunden. Als Amazone testweise ihre Vorderpfoten hineinstellte, knirschte es sonderbar und sie beschloss die Hinterbeine besser auf festem Boden zu belassen.  Wir anderen blieben erst einmal am sicheren Rand stehen. Schließlich übernahm Vision das Zepter und hüpfte als erste ganz hinein. Amaze ließ nicht lange auf sich warten und sprang hinterher. Anfangs bewegten sie sich noch ganz vorsichtig. Eine halbe Stunde weiter und wir schossen im Wechsel hinein und hinaus in die Kieskiste, wie Frauchen sie nannte. Als wir testeten, ob man die Steinchen auch zerkauen kann, da nutzte sie direkt die Situation aus, um uns den Begriff  "Aus" näherzubringen.

Herrchen hat heute das Gitterrost zu einem Klettergerüst umgebaut, so dass wir jetzt obendrüber klettern und unten durch krabbeln können.  Es ist schon was Tolles von oben genau beobachten zu können, was untendrunter los ist. Auch zum Schlafen eignet sich der Rost perfekt, von oben scheint die Sonne und von unten weht ein angenehm kühler Wind.

 

22.08.10:

Heute schien auf dem angrenzenden Spielplatz ein Kindergeburtstag stattzufinden, so laut ging es diesmal dort zu. Die wären mal besser alle zu uns gekommen, dann hätte jeder ein Kind zum Spielen gehabt. Es waren in letzter Zeit zwar viele Besucher mit Kindern hier, aber die haben immer besten Fall nur zwei Stück auf einmal mitgebracht. Also haben wir uns stattdessen bei der Hitze, es uns schön im Schatten gemütlich gemacht, das hatte auch was für sich. 

Etwas später begann ein immer wieder kehrendes lautes Grollen in der Luft zu liegen. Wir haben Frauchen mal skeptisch betrachtet, aber als sie ganz entspannt blieb, blieben wir es auch, zumal wir das Geräusch ja schon kannten, wenn auch nicht aus dem Freien. Später kamen so komische Lichtblitze hinzu, so als ob jemand sich nicht entscheiden konnte, ob er das Licht nun an oder ausmachen will. Also kein Grund zur Aufregung. Als schließlich prasselnder Regen einsetzte haben uns Herrchen und Frauchen herangerufen und unter die große überdachte Terrasse gebracht.

Dort erwartete uns die Ballkiste diesmal mit der zu sonst dreifachen Menge an Bällen darin. Das war ein Spaß. Insbesondere für unsere Ballkönigin "Vision", die kam gar nicht mehr aus der Kiste heraus. Als das Gewitter immer heftiger wurde kam Mama zu uns und legte sich ganz entspannt mit in den Auslauf, um uns zu zeigen, dass alles O.K. war, klar, was denn sonst?

Irgendwann gab es vereinzelte Geräusche, als ob jemand Steine auf das Terrassendach werfen würde. Dann sahen wir diese Teile auch direkt vor uns laut hernieder prasseln. Sie waren weiß und hatten etwa 1-2 cm Durchmesser und machten einen irrsinnigen Lärm. Frauchen war von unserem Bestreben, die Dinger einzufangen, um damit Spielen zu können, weniger begeistert, zumal wir dann so weit draußen waren, dass wir auch etwas von den Körnchen abbekamen. Aber wie war das, was uns nicht tötet, macht uns nur noch härter, also zeigten wir keine Regung. Frauchen versuchte Ihren Stolz Herrchen mitzuteilen, aber der verstand in dem Lärm nicht ein einziges Wort, aber auch er strahlte uns auch so glücklich an und meinte wir wären eine tolle Rasselbande!

 

23.08.10:

Heute hat Petrus es nicht gut mit uns gemeint. Als wir heute herauskamen, hat es mal gerade fünf Minuten gedauert, bis es kräftig anfing zu regnen. Hoffentlich kommt Frauchen nicht direkt wieder, um uns hereinzuholen. Das bisschen Wasser macht uns doch nichts aus. Es ist eine riesige Freude hinter den Wassertropfen her zu jagen und sie zu fangen. Als wir recht feucht aussahen, hat Frauchen sich einen nach dem anderen von uns geschnappt und mit so einem komischen Tuch abgerubbelt und dann ins Trockene gesetzt, das tat gut. Auf Terrasse gut angekommen erwarteten wir schon sehnsüchtig den nächsten Besuch mit Kindern.

Als wir heute Nachmittag wieder in den Garten durften, hat Frauchen uns einen nach dem anderen wieder in die Kieskiste verfrachtet, die diesmal ein bisschen nach Seeufer aussah, mit dem ganzen Wasser darin. Das war lustig.

Eben wurden wir mal wieder auf die Waage verfrachtet. Inzwischen haben wir stolze 4,5 bis 5,5 Kilo!

 

24.08.10:

Heute durften wir, viel länger wie sonst, im Wechsel die Gegend erkunden. Es gibt ja so viel Neues zu entdecken, man weiß gar nicht, wo man anfangen soll die Welt zu erschnüffeln und zu betrachten. 

Zurück im Gehege, hatten sich die Damen, die es zuvor mal wieder nicht abwarten konnten und sich vorgedrängelt hatten, jetzt auch noch völlig breit gemacht, auf unserem schönen Podest. Kaum näherte sich einer von uns Jungs oder wagte es vielleicht sogar eine Pfote vorsichtig auf das Gitter zu setzten, da wurde er sofort attackiert. Also wiegten wir sie in Sicherheit und legten uns, ganz Gentlemanlike, schön verteilt um das Podest herum und mimten die schlafenden.  Die Damen wurden des Aufpassens müde und wähnten sich in Sicherheit, bis wir uns einer nach dem anderen von unten anschlichen und wie zufällig mal hier und da an einem vor den Härchen ziepten, die so schön durch das Gitter reichten. Wenn eine von Ihnen erbost auffuhr, stellten wir uns sofort wieder schlafend. Wir können doch kein Wässerchen trüben... . 

Und nachtragend sind wir ja auch nicht. Aber als Herrchen dann mit den Futternäpfen kam  und wir alle sieben hin stürmten, war die Verlockung einfach zu groß. Ein leichter Hüftschwung nach links und noch einer nach rechts und die Damen hatten leider den Napf verfehlt. Tja, und hier ging es um wirklich lebenswichtige Dinge.

 

25.08.10:

Heute sind wir 7 Wochen alt geworden!  Zur Feier des Tages hat Herrchen uns eine Sandkiste hingestellt. Vision war als erste drin und merkte sofort, dass man darin wunderschön buddeln kann. Es dauerte nicht lange, da hatten wir alle unseren Spaß damit.

Mama ist auch mit in den Auslauf gekommen und hat mit uns "in der Ballkiste und im Sandkasten" gespielt. Sie nahm die herausgefallenen Bälle immer wieder zwischen die Zähne, hielt sie uns dann hin und versuchte uns so spielerisch zu animieren, mit in den Ball zu beißen und daran zu ziehen. Und sie hat einen "Vortrag" gehalten, um das Kapitel "Mimiken und Verhalten" in einer Live-Vorführung zu präsentieren.  Auch vorsichtige Raufspiele wurden uns vorgeführt und dabei zum Mitmachen eingeladen. Es war wirklich eine super Geburtstagsfete.

 

26.08.10:

Heute Morgen gab es, nach der alltäglichen Trainingsstunde mit Mama, von unserem Terrassenauslauf aus, was interessantes zu sehen (wir haben alle schön in einer Reihe am Zaun gestanden und fasziniert zugeschaut): Herrchen und Frauchen haben laut klimpernde Metallstangen hervorgeholt und damit herum gescheppert. Dann haben sie sie ineinander gesteckt, bis sie ein riesiges Gebilde errichtet hatten. Obendrüber kam eine große raschelnde weiße Plane. Anschließend haben sie die Zäune umgestellt und fertig war unser neuer Auslauf.

Die Zweibeiner haben ihn so konzipiert, dass wir eine große trockene Spielfläche haben, für die kommenden Regentage. Von dort aus können wir, ganz nach Lust und Laune, auf den langgestreckten Wiesenauslauf, damit wir zwischendurch auch mal so richtig kräftig Gas geben können. Mittags kam dann noch der Agilitytunnel hinzu und alles war perfekt.

Abends, als wir wieder drinnen im Hauswaren, hat Frauchen uns vorgeführt, was ein Regenschirm ist und wie plötzlich er auf- und zuklappt. So ein Spielzeug wollen wir auch haben! Aber wir durften mal wieder nur kurz daran schnuppern. Als wir mit den Zähnchen eine genauere Untersuchung durchführen wollten, hieß es gleich wieder "Nein!", wie bei allem Interessanten. Sollen wir nun Neues kennen lernen oder nicht?

Anschließend hat Frauchen wieder gestaunt, wie Mama uns scheinbar mit Nichts im Griff hat (sie sah fast neidisch aus). Wenn Mama unseren Auslauf betritt, dann wissen wir immer gleich, was Sache ist. Obwohl die Milchbar seit vorgestern leider geschlossen ist, stehen wir anfangs immer noch in den Startlöchern, um einen "Run" auf die besten Zitzen zu starten, sobald wir Mama sehen. Doch sie macht uns sofort klar, durch Augenausdruck, Mimik und Körperhaltung, dass es nichts geben wird. Also ziehen wir uns brav zurück und legen uns hin. Schließlich wollen wir es uns ja nicht mit Mama verscherzen.

Sie wartet dann immer ab, bis auch der Letzte von uns eine entspannte Position eingenommen hat. Dann legt sie sich zu uns und fängt an, uns einzeln zum Spiel aufzufordern. Ist inzwischen jemand eingeschlafen und liegt dabei besonders still, dann geht sie gleich gucken, ob mit ihm alles in Ordnung ist. Dann wird weiter mit den anderen gespielt und geschmust, bis wir irgendwann alle erschöpft eingeschlafen sind. Wir haben eine tolle Mama!

 

27.08.10:

Heute hat es den ganzen Tag lang geregnet. Da war das Herumtollen auf der Wiese nur halb so schön wie sonst und wir haben uns dann doch öfters ins Trockene zurückgezogen. Mittags kam noch ein Gewitter hinzu mit lautem Donnergrollen, was nur die Zweibeiner zur Sorge veranlasst  hat,  aber uns doch nicht!

Zwischendurch haben wir Herrchen geärgert. Immer, wenn er auf die Wiese kam, um unsere Häufchen einzusammeln, begann ein Wettrennen. Herrchen war mit seinen nur zwei Beinen eindeutig im Nachteil. Ich habe Herrchen immer genau ins Auge gefasst, um frühzeitig auszumachen, welches Häufchen er als nächstes auswählt. Dann habe ich den Rest unseres Trupps herbeigerufen und los ging das Rennen. Wir waren immer als erstes da und haben uns so verteilt, dass Herrchen nur noch einen Pulk Welpen sah und kein Häufchen mehr ausmachen konnten. Immer, wenn er es schafft einen von uns zur Seite zu schieben, dann stand sofort der nächste von uns parat, um seinen Platz einzunehmen. So hatten wir Herrchen heute ewig bei uns, bis er fertig wurde.    

Abends hatten wir Besuch von anderen Hunden, die fast genauso aussahen wie Mama, nur die Farben waren anders.  Alle super nett und freundlich.

 

28.08.10:

Der Countdown läuft. Heute in einer Woche werden die meisten von uns abgeholt, sagt Herrchen. Was meint er mit abgeholt? Hier ist es doch richtig nett, wieso sollten wir gehen wollen? Obwohl, wenn ich so drüber nachdenke, so ein paar Zweibeiner nur für mich alleine, ohne dass ich sie mit meinen Geschwistern teilen muss, das wäre schon nicht verkehrt. Aber wenn ich noch einen von meinen Geschwistern mitnehmen könnte zum Spielen, dann wäre es perfekt. Tja, aber das Glück haben nur Magic und ich getroffen.

Die Familien, in die wir kommen, haben wir schon richtig lieb gewonnen. Sie haben alle Kinder, mit denen man ganz toll spielen kann.  Auch Vision hat sich heute riesig gefreut, als ihre zukünftige Familie aus dem Baselland, in der Schweiz, extra nochmal für sie angereist sind. Aber auch wir anderen hatten viel Spaß mit dieser netten Familie. Sie haben schön mit uns gespielt und jeder von uns hat seine Streicheleinheiten bekommen. Es war einfach nur toll. Und jetzt sind wir so müde, dass es Zeit für uns ist schlafen zu gehen. 

 

29.08.10:

Heute war ein prima Tag. Immer, wenn wir unsere Schläfchen, die wir so über den Tag verteilt einlegen, jeweils beendet hatten, da wurden wir von freudigem Kinderlächeln begrüßt (die Erwachsenen haben natürlich auch gelächelt, aber nicht so schön!). Heute sind nochmal alle neuen Familien, die die Gelegenheit hatten, nacheinander vorbei gekommen und haben ganz toll mit uns gespielt.  Und als es am schönsten war, da sind sie wieder gefahren, schnief! Aber es dauert ja nicht mehr lange, da haben wir sie den ganzen Tag um uns!

Zum Spätnachmittag hin wurde es dann doch recht feucht und kühl, so dass wir schön früher wieder herein gekommen sind, erst in den Terrassenauslauf und dann nach drinnen ins Wohnzimmer. So hatte Frauchen dann nur noch Gelegenheit "Streuselkuchenfotos" von uns zu machen, wir alle schön gespickt mit Sägespänen oder Leinenstroh. Na was denn - ihr Menschen habt  auch so komische Ohrstecker oder hängt euch Kettchen um den Hals, das sieht noch lange nicht so gut aus, wie wir mit unseren geschmückten Astralkörpern.

 

30.08.10:

Heute haben wir nicht unser übliches Geschirrchen angezogen bekommen, das wir zum Kennenlernen in den letzten Wochen immer wieder getragen haben. Stattdessen haben wir jeder ein eigenes neues bekommen. Anschließend hat Frauchen uns jedem noch so eine lange breite Schnur gegeben und am Geschirr festgemacht und plötzlich wurde mit einem Schlag alles anderes. Bisher konnten wir noch in jeder Richtung vorstürmen. Ooh - da gibt es was interessantes zusehen und ab ging es dahin. Als ich das heute probierte, zogen sich auf einmal die Riemen um Brust und Bauch stramm und plötzlich kam ich nicht mehr von der Stelle, obwohl meine Beine weiter liefen. Was war das???

Ich schaute auf meinen Rücken, dann schaute ich auf diese Schnur, Frauchen nennt sie übrigens Leine, verfolgte mit den Augen Zentimeter um Zentimeter und dann sehe ich sie, die Wurzel allen Übels. Da steckt doch tatsächlich die Hand von Frauchen in meiner Leine!?! Mit vorwurfsvollem Blick versuche ich nochmal in meine Richtung zu ziehen. Aber Frauchen bleibt einfach ganz ruhig stehen und meint ganz lapidar  "Nein". Na dann halt nicht. Also hingesetzt und Frauchen erwartungsvoll angeschaut. Sie munterte mich auf in ihre Richtung zu gehen. Na dann gehen wir eben dahin Als echter Gentleman habe ich mich dann ihrem Willem gefügt und bin tatsächlich mitgegangen.

Frauchen war schon ganz stolz, etwa zwei Metern lang, dann siegte doch meine Neugier (schließlich soll ich mich ja auch geistig entwickeln, heißt es immer). Also Vollbremsung und Kurswechsel Richtung dem nächsten interessanten Objekt. Frauchen nahm es gelassen und ließ mich schnuppern und brachte mich dann schließlich doch wieder dazu den ursprünglich eingeschlagenen Kurs wieder weiter zu verfolgen. Magic mit Herrchen erging es nicht viel anders und nach und nach kamen wir alle an die Reihe.

Wir sind vorne am Grundstück bis vorne an die Straße gekommen. Da war was los. Bisher hatten wir die Autos mehr aus der Distanz gesehen. Aber es ist schon ein irres Gefühl, wenn sie dann so direkt an einem vorbei rauschen. Und dann noch diese Zweibeiner, die vorbei eilen. Herrchen meinte schon, das wäre für uns wie Fernsehen. So könnte man sich ewig satt sehen, es gab so viel Neues zu entdecken.

Abends gab es dann die 4. Wurmkur und jetzt gehen wir schlafen und träumen von der Freiheit!

 

31.08.10:

Heute haben Herrchen und Frauchen uns wieder versucht zu ärgern, mit flatternden Wäschestücken zum Trocknen, die sie direkt über unseren Köpfen aufgehängt haben. Als wir es mit vereinten Kräften geschafft haben eines der Stoffteile zu Boden zu bringen und Frauchen stolz unsere Trophäe präsentierten, da hat sie irgendwie so komisch reagiert.... .

Amazone hat dafür gesorgt, dass alle ausreichend Bewegung bekommen. Sie hat einen Ball an der Kordel genommen und ist immer wieder in einem irren Tempo durch den Agilitytunnel gejagt und wir anderen haben Fangen gespielt. Alle Bemühungen sie zu überholen und ihr den Ball abzujagen schienen vergeblich, bis Alasca auf die Idee kam, ihr vom anderen Tunnelende her entgegenzulaufen. Es endete in einem riesen Tumult, denn an Bremsen war nicht mehr zu denken. Herrchen meinte heute Abend gäbe es wohl "Welpenauflauf". Man, ist der gemein. Sportlich wie wir von Natur aus sind, haben wir natürlich keine Blessuren davon getragen und haben direkt mit den wilden Verfolgungsjagden weiter gemacht.

 

Fortsetzung unter:    Raven's Tagebuch - 8 Wochen - 8 Monate

 

 

Raven's Tagebuch

 

 

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07.07.2010:

Hallo!!!   Hallo - wo sind sie denn alle hin?   Warum hallt das denn so  -  die anderen werden mich doch wohl nicht ganz alleine hier drin zurück gelassen haben? Ich muss wohl eingeschlafen sein.

Heute Morgen war die Welt noch in Ordnung. Mama wollte uns schon gestern aus ihrem Bauch herauskatapultieren, aber wir haben beschlossen, noch ein Weilchen hier zu bleiben. Hier  ist es warm und gemütlich, ein bisschen eng vielleicht, aber Essen gibt es reichlich. Und wer weiß, was uns da draußen erwartet. Also haben wir noch gemeinsam abgestrampelt, man will ja schließlich fit bleiben. Besonders viel Strampelspass hatten wir immer dann, wenn Mama ihre Schlafposition eingenommen hat. Merkwürdigerweise hat sie dann immer im Takt so komisch herumgehechelt und ihre Bemühungen uns herauszubefördern wurden stetig vehementer. 

Heute Morgen haben wir dann erneut abgestimmt. Die Mädels konnten es kaum abwarten herauszukommen, aber zum Glück sind wir Jungs knapp in der Überzahl und wie das halt bei uns so ist - es geht doch nichts über  ein gemütliches Lager, bei dem es an nichts mangelt. Aber irgendwas muss wohl fürchterlich schief gelaufen sein. Ich glaube ich bin wohl bei den endlosen Diskussionen über das Für und Wider eingeschlafen und "Alasca" scheint sich dann doch durchgesetzt zu haben.

Also was soll es, so ganz alleine ist es hier viel zu langweilig. Dann mach' ich mich doch lieber auf zum Ausgang. Wo war der denn gleich?  Muss ich jetzt nach oben oder doch vielleicht nach unten? Hier sieht alles so gleich dunkel aus. Aber das hier sieht mir mehr nach einer Sackgasse aus. Hoffentlich komme ich hier überhaupt nochmal heraus. Oh - was ist das?   Hui - geht das hier prima abwärts. Das ist ja eine klasse Rutschbahn. Hallo - da bin ich!!!

Wo bin ich denn hier gelandet? Ist das komisch hier. Mama und Frauchen beeilen sich,  mich aus der Hülle zu befreien, in der ich noch schwimme. Ist das kalt hier und wie ging das nochmal mit dem Atmen, denn allmählich geht mir die Puste aus!? Mama hilft mit ihrer warmen Zunge und dank Frauchens Unterstützung klappt es dann auch mit dem erste Atemzug - Puh! Noch abnabeln, eine Ganzkörpermassage von Mama und fertig! Derweil schlemmen meine Geschwister schon begeistert an der Milchbar. Scheint ja doch nicht so schlecht hier draußen zu sein. Noch eine kräftige Mahlzeit und dann ist erst einmal Schlafen angesagt. Gähn!

 

08.07.10:

Das Leben ist schön! Essen, dann wieder schlafen, dann Essen usw.. Wenn nur nicht immer das mühselige Suchen nach den Zitzen wäre! Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat, dass wir noch blind und taub auf die Welt kommen. Aber wer jetzt denkt wir würden hilflos umher irren, der hat sich geirrt? Wir sind mit einem hervorragend hochentwickelten "Wärmesensorsystem" ausgerüstet. Wir machen Pendelbewegungen mit dem Kopf und können so Wärmequellen, wie unsere Geschwister sowie Mama und vor allem deren warmen Zitzen schnell ausmachen, wenn wir nah genug dabei sind und uns die Sommerhitze nicht irritiert. Wir robben dann halbkreisförmig voran um nicht verloren gehen zu können. Die Zitzen sind Mamas wärmste Stellen, also anpeilen und nichts, wie hin.

Aber da waren noch diese Streichholzbeinchen, mit denen uns die Natur ausgestattet hat - zum Stehen noch nicht geeignet. Also heißt es mit den Vorderbeinen voranziehen und mit den Hinterbeinchen robbend nachschieben. Wenn es zu lange dauert oder man keine Lust auf lange Suchspiele hat, dann gibt es noch die Alternativlösung: Man gibt Säuglingsähnliche Ruflaute von sich. So kann man Frauchens Herz zu jeder Tages und Nachtzeit erweichen. Nur bei Herrchen klappt das nicht so, da muss dann zu Stufe 2 übergegangen werden: Man sende einen markerschütternden Hilfeschrei aus. Das funktioniert immer!  Ansonsten Stufe 3 anwenden und dem Schrei noch ein paar heftige hilflose Strampler hinzufügen und wetten, dann kommen sie aus allen Ecken gerannt, selbst Mama kann dann nicht widerstehen. 

Inzwischen bin ich auch gewahr geworden, was am Vortag alles so los war. Nachdem die Damen beschlossen hatten, dass es Zeit für Unternehmungen wäre, ging es nun darum, wer sich denn als erster in Gefahr begibt. Die Ladys waren plötzlich recht kleinlaut, insbesondere Alasca, die es als erste getroffen hätte, da sie am nächsten zum Ausgang lag. Aber Amaze, ganz der Gentleman, nahm die wagemutige Aufgabe an, sich als erster ins Neuland zu begeben. 

Im Nachhinein war das Alascas Glück, da sie ein wenig fülliger war, wäre sie bestimmt in dem engen Gang stecken geblieben. Nein, Spass beiseite, Amaze hatte wirklich reichlich zu tun (von Mama ganz zu schweigen), bis alles so weit gedehnt war, dass auch unsere großvolumigen Köpfe (klar, ist ja auch besonders viel Gehirn drin) hindurch passten. Nachdem die anderen mitbekommen hatten, wie sehr er zu kämpfen hatte, bekamen sie Angst, dass ihre feinen Gesichtszüge Schaden nehmen könnten (das diese Sorge von den Damen ausging brauche ich ja wohl nicht extra zu erwähnen). So kam der ganze Rest, einschließlich mir, sicherheitshalber mit dem Hinterteil voran zur Welt. Ein ähnliches Feeling, wie Achterbahn rückwärtsfahren. Ein Mordsspaß!

Das hätte Frauchen besser auch mal gemacht, dann hätte sie besser verstanden, warum wir, noch gar nicht richtig auf der Welt, schon so super gut drauf waren. Nachdem der erste Atemzug getan war, konnte es kaum einer erwarten, bis er abgenabelt war. Und dann noch diese Prozedur, was die Menschen "Wiegen" nennen. Schon in den ersten Lebensminuten hatten wir raus, wie wir unsere Menschen zur Verzweiflung treiben können. Es gibt aber auch nichts Schöneres als auf so einer Wage hin und her zu strampeln. Der Strampeleffekt führt zu einer Rotation des ganzen komischen Geräts, fast so wie Karussell fahren.  So haben wir Herrchen mit seiner ersten Amtshandlung schon an den Rand des Wahnsinns getrieben.

Dabei weiß ich gar nicht, was er hatte. Er sollte sich mal in unsere Lage versetzen. Das ist, wie wenn man tagelang ohne Wasser in der Sahara unterwegs ist und dann endlich am Horizont Wasser erblickt. Einmal in Zitzennähe abgesetzt gab es kein Halten mehr. Frauchen wartete immer vergeblich darauf, dass wir mal zur Ruhe kommen und schlafen. Mensch - wir haben neun Wochen überwiegend geschlafen, jetzt haben wir keine Zeit mehr dafür, schließlich wollen wir was erleben! So haben wir Frauchen auch in den ersten Nächten keine Ruhe gelassen. Wir haben immer genau abgepasst, wenn sie gerade eingeschlafen ist und dann hat einer von uns im Wechsel den Hilfeschrei ausgestoßen, das war ein Spaß! In Bruchteilen von Sekunden stand sie "Gewehr bei Fuß", um uns umgehend wieder einzusammeln und an die Zitzen zu legen (Pst: nicht weitersagen, wie haben die Zeit gestoppt - und je näher es an Tagesanbruch ging, desto langsamer wurde sie, anstatt sich sportlich zu steigern). 

 

09.07.10:

Allmählich klappt es mit der Bewegungskoordination immer besser. Das heißt wir suchen uns nicht mehr die nächste freie Zitze, nein wir  kämpfen um die besten Zitzen. Bei jeder Mahlzeit werden die Karten neu gemischt. Dabei siegt nicht immer der stärkste, sondern der geschickteste. So bin ich Meister im "Aushebeln von Unten". Wenn ich mich durch die Meute durchgeschlängelt habe suche ich mir einen von meinen Geschwistern aus und katapultiere mich dann von unten gegen ihn. Das kommt dann meist so unerwartet, dass die Zitze entgleitet. Ich muss dann nur noch schnell genug sein und rechtzeitig zuschnappen, bevor er wieder angedockt hat.

Frauchen macht jetzt immer so komische Sachen mit uns. Anstatt uns direkt neu anzudocken, wenn sie uns hochhebt, lässt sie sich plötzlich sehr viel Zeit (während wir verdursten) und befingert uns von oben bis unten. Aber nicht mit uns. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder jeden einfach so überall betatschen darf.  Der werden wir erst einmal Benehmen beibringen! Aber erst einmal freuen wir uns auf den Wiegespass. Leider haben sich Frauchen und Herrchen ein paar Kniffe einfallen lassen - nein, wir werden nicht in Handschellen gelegt und geknebelt - aber so ähnlich. Die richtige Schüsselgröße in Kombination mit einem Handtuch, in das sie uns leicht einhüllen, hat Wunder bewirkt. Leider gingen die Pluspunkt alle an sie, aber wir sammeln schon Ideen für eine Gegenmaßnahme. Aber dazu später.

Wenn man es sich recht überlegt, dann sind Frauchen und Herrchen ja eigentlich doch ganz nett. Auch wenn das Tempo bei der Zitzenbeförderung noch arg zu wünschen übrig lässt. Zumal nur noch die eingesammelt werden, die allzu weit  weg vom Schuss sind. Der Rest muss sich selber durchboxen, ein wie sie meinen wichtiger Lernprozess. Für mich ist das mehr Verhungern vor vollen Tellern. 

Aber heute hat Frauchen mit einem etwas abfälligen Blick auf Herrchen unsere Schwänzchen bewundert, die seit neuestem freudig hin und her vibrieren (eine Art Kurzstreckenwedeln), wenn die Milchquelle sprudelt. Wir haben beschlossen das Problem mit der Ganzkörperabtastung nochmal zu überschlafen. Zumal Frauchen meint, dass das schon seinen Sinn hat, damit wir uns auch später überall gut anfassen lassen.

 

10.07.10:

Wir haben beschlossen einer nach dem anderen zu kapitulieren. Wenn man es so recht überdenkt ist es ja auch eigentlich ganz angenehm, wenn man von Frauenhänden gestreichelt wird. Da muss Herrchen sich erst noch etwas Mühe geben. Besonders wenn es darum geht uns auf seinen Bauch zu legen. Sein Kugelbauch ist wie eine Abschussrampe - liegenbleiben ist da ein "no-go". Wenn er die Rutschpartie verhindern will, dann wird aus Leibeskräften geschrien und unsere besorgte Mama ist sofort an unserer Seite. Ein paar von uns, natürlich die Mädels voran, scheinen aber auch da ihren Gefallen zu finden. Amazone meinte, sie haben halt den besseren Gleichgewichtssinn, um auch auf unebenem Terrain den Halt nicht zu verlieren. Dabei sind wir Jungs doch die Trapper. Beim nächsten Mal zeigen wir es Euch!

 

11.07.10:

Seitdem wir Anzeichen von Wohlsein (Anschmiegen, Räkeln usw.) von uns geben, wenn Frauchen uns krault, könnte man fast meinen, wir haben einen Teil von uns selbst, nicht aufgegeben, aber abgegeben. Es hat was, sich an diese komischen Zweibeiner zu binden, die uns körperlich so wohl tun.

Aber alles hat seine Grenzen. Als Frauchen versuchte, trotz gut sprudelnder Milchquelle, uns sicherheitshalber auch an Fläschen zu gewöhnen, sollte sie unsere neu gewonnen zahlreichen Muskelpartien kennenlernen. Angeblich soll es in der ersten Lebenswoche am einfachsten sein, uns Welpen an eine solche Form der Nahrungsquelle heranzuführen. In Wirklichkeit ist es aber so, dass wir nur in der ersten Woche zu überwältigen sind, weil es uns noch an Körpermasse fehlt. Insbesondere die Nimmer satte unter uns gaben schnell auf.

 

12.07.10:

Langweilig wird es hier nie. Frauchen hat sich schon wieder etwas Neues einfallen lassen. Wenn Sie uns streichelt, fängt sie an uns in verschiedene Richtungen zu kippen, soll angeblich den Gleichgewichtssinn fördern. Nach anfänglichem Verspannen ist es eigentlich doch ganz lustig.

 

13.07.10:

Frauchen hat heute wieder von uns geschwärmt, wie schön sich das Fell jetzt entwickelt und was für Fortschritte wir beim Hochstemmen machen und wie wir den Kopf immer besser angehoben bekommen. Heute hat sie mal wieder ein Handtuch auf unsere Decke gelegt, damit wir schon einmal erste Erfahrungen mit verschiedenen Objekten und Untergründen bekommen.

 

14.07.10:

Heute wird gefeiert! Wir werden eine Woche alt! Wo bleibt der Sektempfang und das kalte Buffet? Stattdessen gibt es wieder nur Milch und noch nicht einmal Geschenke.

 

15.07.10:

Frauchen meinte heute, wir wären ziemliche Brocken geworden (soll sie sich doch selber mal im Spiegel betrachten). Alle haben zwischenzeitlich ihr Geburtsgewicht mehr als verdoppelt. Wenn ihr also mal eine gute Milchbar sucht, ich kann Euch eine empfehlen!

 

16.07.10:

Heute Morgen rief uns wieder mal Alasca, diese Streberin, beisammen und meinte "Guckt mal, was ich schon kann!" und versuchte dann auf allen vier Beinen voranzukommen, was auch tatsächlich ein paar Schritte weit klappte. Aber was die kann, das können wir schon lange (grr), glaubten wir jedenfalls zu können, doch die meisten haute es direkt wieder um. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen, wir arbeiten dran. Und außerdem, das soll uns erst einmal jemand nachmachen, völlig blind durch die Gegend zu laufen.

 

17.07.10:

Heute war hoher Besuch angesagt. Wir mussten uns in Frack und Anzug werfen, denn die Zuchtwartin kam zur Zuchtstättenabnahme und Begutachtung von mir und meinen Geschwistern. Ich weiß gar nicht, was die von uns wollte. Schamlos angestarrt hat sie uns. Und dann kam der Hammer, da schiebt die mir doch tatsächlich irgend so ein langes Ding in mein winziges Mündchen und puhlt  darin herum, bis in jede Ritze. Das war vielleicht ekelig. Frauchen meinte das müsse so sein. So habe ich meine Empörung lautstark herausgebrüllt, in der Hoffnung, dass mir wenigstens Mama helfen kommt. Aber auf  die ist auch kein Verlass mehr. Bis auf einen kritischen Blick, ließ sie mein Leiden scheinbar völlig kalt, anstatt mir unverzüglich zur Hilfe zu eilen. Dann musste auch noch einer nach dem anderen von meinen Geschwistern dran glauben. Einige schlossen sich meiner Protestkundgebung an. Die anderen fügten sich einfach so kampflos ihrem Schicksal (Looser!) und ließen alles einfach ruhig über sich ergehen.

Frauchen faselte etwas über Speichelprobe für den MDR1-Test, Gentypisierung und Abstammungsnachweis. Wollen die etwas behaupten Mama wüsste nicht wer mein Papa ist, obwohl Frauchen bei der Zeugung dabei war?  Die wollen meiner Mama doch wohl nicht unterstellen wollen, dass Sie etwas mit anderen Männern hatte? Meine Mama tut so was nicht!!! Oder glauben die etwa noch, dass der Storch mich gebracht hat. Die haben im Biologieunterricht wohl nicht richtig aufgepasst.

Frauchen war jedenfalls glücklich, dass die Abnahme der Zuchtstätte so einwandfrei von statten gegangen ist. Und das Beste zum Schluss: Die Zuchtwartin war ganz begeistert von uns, auch darüber, dass alle wohlproportioniert und gleichmäßig gewachsen sind.  Hat einer bei unseren Astralkörpern etwas anderes erwartet?

Dann hat diese Zuchtwartin mit Frauchen angefangen über unser Aussehen zu diskutieren - das muss man sich mal vorstellen; was geht die das an, wie wir aussehen. Ist doch klar, wir sind die hübschesten Welpen, die die Welt je gesehen hat!

Und die Krönung vom dem Ganzen ist, dass sie sich darüber unterhielten, ob und wie viele von uns schon vermittelt worden sind. Vermittelt???  Wir bleiben alle hier, das ist doch wohl klar! Schließlich sind wir doch ein Rudel und Platz ist hier genug für alle! Mhm - aber auf Alasca könnte ich schon verzichten... .

 

18.07.10:

Gähn... . War das schön heute, endlich mal ausschlafen. Kein Stress, keine Zuchtwartin, endlich Ruhe. Mama hat es auch genossen - ewig hat sie geschlafen. wir wären bald verhungert, wenn Frauchen sie nicht geweckt hätte.

Gleich tagt der Familienrat. Mal schauen, was wir heute mit Frauchen anstellen. Ich muss dann los, bis später!  ..........

Bin wieder zurück. Amaze hatte die zündende Idee. Er hatte mitbekommen, dass Frauchen heute für die Nachwelt fotographisch festhalten wollte, wie schön wir schon kurzzeitig stehen und wenige Schritte gehen können. Also beschlossen wir, sobald sie uns ins Visier genommen hat, uns wie auf Kommando fallen zu lassen. Das war ein Mordsgaudi und Frauchen der Verzweiflung nahe. Auf die Damen war mal wieder kein Verlass. Vermutlich fühlten sie sich schon als zukünftige Models, so ließen sie sich meist zu spät wieder fallen. Typisch, aber Frauchen war glücklich wenigstens ein paar Bilder zu bekommen.

 

19.07.10:

Heute Morgen ließ ich mir noch genüsslich den Geschmack meines Frühstücks auf der Zunge zergehen, als ich sanft hochgehoben wurde. Ich freute mich schon auf eine Streicheleinheit von Frauchen. Doch stattdessen schob sie mir irgend so ein  dünnes rundes Plastikteil in den Mundwinkel und beförderte damit so eine komische klebrige, fies schmeckende Masse in meinen Mund. Alle Versuche das Zeugs wieder los zu werden waren vergebens, so klebrig war es. Frauchen erzählte irgendwas von einer Wurmkur. Pfui Teufel! Auch meinen Geschwistern erging es nicht anders. Aber wenigstens bekamen wir ein wenig später unsere Streicheleinheiten nachgeholt, so waren wir dann doch wieder versöhnt und der fiese Geschmack hatte sich auch verflüchtigt.

Heute Abend, als es nicht mehr so heiß war, ging dann richtig die Post ab! Wir wurden alle in so eine komische große Plastikkiste gepackt, Hundetransportbox sagte Herrchen dazu.  Sie war schön gemütlich mit einer Decke ausgelegt. Dann wurden wir  von Frauchen und Herrchen hoch gehievt (im wahrsten Sinne des Wortes, denn schließlich haben wir unser Geburtsgewicht schon fast verdreifacht). Dann ging es nach draußen und dann hinein in so ein großes Ding mit Rädern unten dran. Herrchen, Frauchen, Mama und "Tante Samira" waren mit von der Partie. Sie stiegen mit ein und dann fing das ganze Teil plötzlich an zu vibrieren und zu wackeln. Mal nach links, mal nach rechts, mal gleichmäßig, mal ruckelig. Was ist das denn? 

Das ganze erinnerte ein wenig an die Schaukelpartien, die wir in Mamas Bauch mitgemacht hatten. Wenn sie meinte einen kurzen Spurt hinzulegen und dann wieder abrupt abzubremsen. Als Mama an unserer Kiste schnupperte schien sie auch völlig entspannt, also kein Grund zur Aufregung. So haben wir uns dann nach und nach schlafen gelegt, denn mit unseren Stehübungen wurde das hier drinnen ja doch nichts, bei diesem Gewackele und die Milchbar schien auch geschlossen zu haben, vermutlich hätte es dann auch nur Sahne gegeben. Also schön gemütlich einkuscheln....  schnarch.... .

Was ist jetzt los? Sind wir etwa schon wieder zurück? Gähn... . Wir sind alle noch ganz verschlafen, als Frauchen uns wieder zurück in die Wurfkiste hebt. Mama nimmt uns sofort liebevoll abschleckend in Empfang und sie öffnete für uns nochmal die Milchbar. Mhm Lecker!

 

20.07.10:

Heute Morgen schien es als ob die Welt ein wenig heller, freundlicher geworden wäre. Ja tatsächlich heller war sie wirklich geworden. Je nachdem wohin ich meinen Kopf drehe, ist es um mich drum herum mal etwas heller, mal etwas dunkler. Meine Augen öffnen sich so langsam!!!

So schemenhaft kann ich schon Mama und Frauchen und die Wurfkiste erkennen. Aber so richtig umzusetzen weiß ich die visuellen Reize noch nicht so ganz. Das alles muss erst mit den Bewegungen abgeglichen werden. Mein Köpfchen neigt immer noch ein wenig zum Pendelsuchen nach Wärmereizen und bringt mich damit noch ein wenig aus dem Gleichgewicht.

Zum Abend hin sieht die Sache immer besser aus. Wir können schon längere Strecken halbwegs koordiniert laufen. Die Beinchen sind zwar noch nicht so ganz durchgedrückt und so ab und an sehen wir die Hindernisse noch nicht so ganz kommen (die könnten ja auch freundlicherweise von sich aus ausweichen, aber wie war das mit dem Gentleman?), aber wir werden immer besser! Frauchen kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, so stolz ist sie auf uns! 

 

21.07.10:

Was für eine Nacht! Immer wenn ich eingeschlafen bin, kamen mir diese komischen neuen Bilder in den Sinn. Und irgendwann, so in den frühen Morgenstunden, hat es dann "Klick" gemacht, was die Umsetzung der visuellen Reize in Bezug auf die Bewegungskoordination betrifft (wenn ich mich mal ganz hochgestochen ausdrücken darf). Auf alle Fälle war Frauchen heute Morgen völlig baff, als sie sich zu uns in die Wurfkiste setzte und wir mit einem "Attacke!" ganz gezielt zu ihr hin gelaufen (!!!) kamen. Und das, wo unsere Äugelein noch nicht komplett geöffnet sind.

Frauchen ist bald verzweifelt. Sobald sie sich einen von uns geschnappt hat zum Wiegen, hat es immer wenigstens noch einer von uns geschafft, sich mit auf die Waage zu bewegen. Bis sie ihn beiseite geschafft hatte, fing der, der in der Schüssel war, vor Langeweile an zappelig zu werden. Sie hat dreimal so lange wie sonst gebraucht, bis sie alle durch hatte. Aber heute Abend kann sie ja nochmal üben. Wir werden wieder die Zeit stoppen!

Und tatsächlich, diesmal ging es zügiger. So schnell konnten wir gar nicht gucken, wie sie uns sortiert hatte. Und trotzdem blieb noch für jeden genug Zeit für ein paar Schmuseeinheiten. Frauchen bereut es schon, dass sie keine sieben Hände hat, weil jeder seinen Anteil will.

Einige von uns setzen seit ein paar Tagen schon selbständig ihren Kot und Urin ab. Mamas Kopf kommt dann jedes Mal "angeflogen", um alles aufzufangen, bevor das "Nest" verschmutzt wird.

Herrchen war heute Abend völlig verblüfft, als er die Pumpe von unserem "Pool" einschaltete und im selben Moment alle Köpfe von uns neugierig herumflogen. Ja - ab sofort müsst ihr aufpassen, was ihr sagt, wir fangen an alles mitzuhören.... . Also keine Heimlichkeiten mehr vor uns!

 

22.07.10:

Wir sind inzwischen schon 2 Wochen alt. Gefeiert haben wir mit stolzem Jubelrufen, auch wenn Frauchen mehr das Gefühl hatte, dass wir unsere verschiedenen Stimmlagen erproben, jetzt  wo wir uns anfangen hören zu können. Die Gehörgänge gehen jetzt bei allen nach und nach auf. Die Äugelein sind auch schon ein wenig größer geworden. 

Jetzt wo wir und sehen können, fangen die ersten Spiele miteinander an. Mit weit aufgerissenem Mäulchen wird der Gegenüber angegangen, wobei das Mäulchen offen bleibt. Auch mit den Vorderbeinchen werden die ersten Stöße versetzt. Allen voran ist Amazone immer dabei. Sie geht auch schon auf die Menschen spielerisch zu. Für mich als Gentleman kommt das natürlich nicht in Frage, wo kämen wir denn dahin, Frauchen mit weit aufgerissenem Mäulchen anzugehen. 

Unser Fell wird täglich plüschiger. Die Kopfumrandung, der spätere Kragen, ist auch schon etwas länger, als das übrige Fell. Tja, so allmählich kann man sehen, was wir alle für stattliche Kerle und hübsche Mädels werden! 

 

23.07.10:

Inzwischen hat Amazone alle mit ihrem Spielvirus angesteckt. Nach dem Erwachen wird sich erst einmal eiligst auf die Milchbar gestürzt.; jeder hofft die besten Zitzen für sich zu erobern, Aber dann geht es los, alles was sich bewegt wird angespielt Mit unseren unwiderstehlich kessen Blicken, die wir jetzt schon gezielt einzusetzen wissen, wird jeder umgarnt, egal ob Mensch oder Tier.

Erst werden aktive Mitspieler gesucht, egal ob Geschwisterchen, Mama oder diese Zweibeiner. Dabei wird keine Rücksicht genommen, ob das Geschwisterchen gerade beim Einschlafen ist. Wer den Fehler macht  einem von uns über den Weg zu laufen, der wird mit Kusshand genommen, wir sind ja nicht so wählerisch.

Menschen werden dabei bevorzugt gewählt. Sie gehen praktischerweise sehr koordiniert auf unsere noch eher unkoordinierten Bewegungen ein. Bei uns kommt es zwischendurch schon einmal vor, dass wir aufeinander zugehen wollen und dann kippen beide  in unterschiedlichen Richtungen weg (hat da etwa einer gelacht?). Aber das wird von Tag zu Tag immer seltener.

Zwischendurch wird alles genauestens erforscht. Frauchen legt uns schon die ersten Untersuchungsobjekte hin. Viel spannender ist aber die Waage mit der Schüssel drauf. Wir machen uns immer einen Spaß daraus, das Gegenteil zu machen,  von dem was Frauchen von uns erwartet. Sollen wir in die Schüssel zum Wiegen, dann wollen wir hinaus (ein paar Nieten schlafen doch tatsächlich beim Wiegen inzwischen ein - ich natürlich nicht!). Sind wir nicht dran zum Wiegen, dann gibt es keinen schöneren Kletterplatz, außer vielleicht noch Frauchens Gliedmaßen, als die besagte Schüssel.

Tierisch Spaß bringt es, im wahrsten Sinne des Wortes, sich mit auf die Wiegefläche zu legen, sobald Frauchen einen von uns in der Schüssel hat. Wenn Frauchen gerade voll konzentriert auf den zu Wiegenden ist (besonders viel Spaß macht das bei Stramplern), dann warten wir ab, bis der Strampler fast still liegt, um uns dann mit mehreren "Mann" mit auf die Wiegefläche zu werfen. Wenn Frauchen dann ihren nörgelnden Blick aufsetzt, dann strahlen wir sie mit unseren unwiderstehlichen Kulleraugen an. Manchmal machen wir es auch eher unauffällig. Dann kann es schon mal vorkommen, dass wie unbeabsichtigt, von dem einen ein Köpfchen und von dem anderen ein Beinchen mit  aufgelegen.  Frauchen staunt anfangs über die überdurchschnittliche Gewichtszunahme, kommt uns dann aber schnell auf die Schliche.

Nach nicht allzu langer Zeit, werden wir dann auch schnell wieder müde. Dann sind Streicheleinheiten, bevorzugt von Menschenhand, sehr gefragt. Und es geht doch nichts über ein  gemütliches Ankuscheln an die Gliedmaßen der Zweibeiner und dann ganz gemütlich einschlafen.

 

24.07.10:

Heute strotzen wir nur so vor Energie. Jetzt, wo das auf den Beinen halten nicht mehr so viel Mühe kostet, können wir viel mehr Energien in unsere Spiele stecken. Einige fangen damit schon an, sobald sie aufwachen. Zwischendurch wird dann ein Energydrink an Mamas Zitzen genommen und dann geht es gleich weiter, bis uns der Schlaf dann doch irgendwann wieder übermannt.

Auch das Stimmchen wird schon kräftig geübt. Aus dem "rrrr" soll dann später mal ein "grrr" werden, wenn das Spielknurren mal ein bisschen ausgefeilter wird. Aber wir sind ja auch noch im Zwergenalter. Außerdem wollen wir Frauchen ja keine Schrecken einjagen.

 

25.07.10:

Heute haben wir entdeckt, dass wir dieses lange Teil in unserem Munde auch selbständig bewegen können, um unsere Geschwister  und Mama genauer zu untersuchen und abzuschlecken. So kann man auch mal an Mamas Futternapf naschen. Auch die Nase findet immer mehr Einsatz, wenn wir auf andere treffen und wenn es um Entdeckungen geht.

Frauchen hat uns heute so ein rundes Teil, namens Stoffball, in die Wurfkiste gelegt. Wenn man ihn kräftiger anstupst, dann kullert er einfach so weg. Magic hatte als erster das Vergnügen. Erst war er ganz verblüfft, wieso das Ding sich plötzlich eigenständig bewegt.  Dann  kam er auf die Idee, dass man das Teil ja dann auch verfolgen könne. Also auf ihn mit einem siegessicheren "rrrr"!  Ace hat schnell herausgefunden, dass sich der weiche Ball auch hervorragend als Liegekissen eignet. Ich fand Herrchens Schoß aber viel bequemer, besonders wenn er einem dabei so nett den Bauch krault.

Frauchen hat heute gestaunt, dass man die Zähnchen schon schön weiß durchschimmern sehen kann. Lange kann es nicht mehr dauern, bis sich durchbrechen. Dann sind wir für den Verteidigungsfall gut gerüstet, denn schöne scharfe Krallen haben wir jetzt schon.

 

26.07.10:

Heute war es dann so weit! Unsere Zähne brechen am Oberkiefer durch! Seit ein paar Tagen übt Frauchen schon mit uns, dass wir sie in unseren Mund schauen lassen. So konnten dann heute alle unsere strahlend weißen Beißerchen bewundern! Diese kleinen Dinger machen sich ausgesprochen gut, wenn man etwas in den Mund nimmt. Egal ob es eines von den verschiedenen Tüchern und Spielzeugen ist, die Frauchen uns immer wieder im Wechsel in die Wurfkiste legt oder ob es das Fell von Mama oder das Mäulchen von einem der Geschwister ist.

Amazone war heute Abend enttäuscht, als alle anderen von uns nach und nach einschliefen, wo sie doch noch weiter spielen wollte. Also hat sie sich Ace geschnappt und hat mit ihren Zähnchen sein Fell am Rücken nach und nach "ausgekämmt". Ace, ganz der Gentleman stellte sich weiter schlafend, und ließ alles ruhig über sich ergehen.

 

27.07.10:

Heute konnte Frauchen auch schon die ersten Zähnchen am Unterkiefer ausmachen!

Soeben kam der Anruf von der Zuchtwartin, um die Ergebnisse der MDR1-Tests mitzuteilen. Dass niemand von uns an diesem Defekt erkranken kann, das war durch die ausgesuchte Verpaarung von vorneherein klar. Jetzt ging es darum, wer von uns, für eine eventuelle spätere Zuchtverwendung, nicht nur die Mindestanforderung +/- hat (die übrigens auch völlig ausreichend ist), sondern vielleicht sogar das Traumergebnis +/+ vorweisen kann. 

Das Untersuchungsergebnis von Ace steht noch aus. Ansonsten haben alle, bis auf Amaze, der aber auch noch ein sehr gutes Ergebnis mit +/- hat,  ein hervorragendes Ergebnis von +/+!!! Wenn das kein Grund zur Freude ist!

Naja, ich hätte was dafür gegeben, wenn wir Jungs alle +/+ gehabt hätten. Dann wären die Mädels jetzt nicht so oben auf. Aber wie war das? Als echte Gentlemen stecken wir auch das mit Links weg!

 

28.07.10:

Heute sind wir 3 Wochen alt geworden! Statt uns einen Kuchen zu spendieren haben sich die Zweibeiner eine andere Leckerei für uns einfallen lassen.

Nachdem wir immer so gerne Mamas Futternapf auslecken ist Frauchen heute auf die Idee gekommen, uns etwas Welpenmilch in den Napf zu füllen, damit wir uns schon einmal im Schlecken üben können. Im Schlecken üben - uns verhungern lassen wollte sie! Da füllt sie nur so viel hinein, dass wir mal gerade unsere Zunge benetzen können, nur weil sie meint wir könnten sonst etwas in die Nase bekommen.

Da war Herrchen schon viel fürsorglicher. Er hat uns das passende Gefäß herausgesucht und uns immer fleißig nachgegossen, so dass immer genug da war.

Aber irgendwas stimmt mit unseren Zungen nicht. Wenn wir versuchen aufzuschlecken, dann will sie sich einfach noch nicht richtig in Form bringen lassen, damit man auch mengenmäßig etwas geschafft bekommt. Mama und Tante Samira machen es uns zwar täglich vor, aber irgendwie will es noch nicht so richtig klappen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als die Zunge immer nur in dem leckeren Gesöff zu tunken. Allein Alasca hat schon halbwegs den Dreh heraus und bekommt in kurzer Zeit viel aufgenommen. Aber was soll es, am besten schmeckt es immer noch an Mamas Zitzen.

 

29.07.10:

Heute wurden wir sanft in den Schlaf geruckschaukelt, naja man könnte auch sagen mehr geruckelt, wie geschaukelt. Wir sind eine halbe Stunde lang Auto gefahren! Nachdem wir dreimal um die Ecke gebogen sind, war auch der letzte von uns sanft eingeschlummert. Zwischendurch haben wir noch einen kurzen Zwischenstopp an einem Feldweg eingelegt. Mama und Tante Samira haben sich kurz die Beine vertreten. Wir haben nur mal kurz verschlafen aus der Box gelugt und uns dann rumgedreht und weitergeschlafen. Erst zu Hause sind wir wieder aufgewacht, als sie unsere je ca. 2-kg-Lebendgewicht wieder zurück in die Wurfkiste brachten.

Habe ich eigentlich schon erzählt, dass wir, seit dem Öffnen unserer Gehörgänge, immer wieder mit irgendetwas "beschallt" werden. Frauchen meint, dass das wichtig wäre, damit wir uns schon frühzeitig an die Geräusche der Menschenwelt gewöhnen. Da wird mit Geschirr geklappert, in die Hände geklatscht, Sektkorken geknallt, Musik und Fernseher laufen gelassen, Staubsauger, Rasenmäher, Mixer und nicht zu vergessen die laute elektrische Luftpumpe, um unseren "Pool" wieder voll aufzublasen. Da wird genießt, gehustet, Babygeschrei sowie verschiedene Menschen- und Tierstimmen abgegeben, in verschiedenen Stimmungslagen. Hinzu kommen die Feuersirene, Martinshorn, Kirchenglocken, Telefonklingeln, Wecker, Gewitter, Feuerwerk und vieles mehr. Die Menschen scheinen sehr ungeschickt zu sein. Immer wieder fällt Ihnen mal was laut herunter.

Aber was das ganze Theater soll, weiß ich wirklich nicht. Denn uns lässt das alles völlig unberührt. Bestenfalls wird mal kurz erstaunt der Kopf gehoben, aber dann widmen wir uns wieder den wichtigen Dingen des Lebens, wie Essen, Schlafen und Spielen.

 

30.07.10:

Alles was in den Mund passt, gelangt wie von magischer Hand angezogen, zurzeit auch irgendwie tief hinein und wird dann angekaut. Egal ob es sich dabei um Teile von den Geschwistern, Mama oder auch einfach nur die Wiegeschüssel handelt denn jetzt fangen die "Backenzähne" an durchzubrechen.

Alasca hat zwei super Spiele erfunden. Beim ersten geht sie hin und nimmt eine Ecke der Decke, auf der wir  "leben" und zieht sie uns unter den Füßen weg. Alternativ nimmt sie auch gerne das Handtuch, das unter den Milchnäpfen liegt.... .

Das andere Spiel ist noch besser: Sie rennt aus der einen Ecke los, springt dann mit Anlauf in den Milchnapf und rennt dann weiter bis in die gegenüberliegende Ecke.  Frauchen reagiert dann nur immer so komisch. Während sie versucht Alasca davon abzuhalten weiter zu machen, hat längst einer von uns das Zepter übernommen und springt in den Napf. Frauchen ist da eindeutig im Nachteil mit nur zwei Händen gegen uns sieben Zwerge und eine Wurfkiste von knapp 2,50 Meter Länge.  Aber wofür hat sie uns denn sonst die Milch hingestellt? Wenn man versucht sie zu trinken, dann wird das schnell langweilig, weil man immer wieder was in die Nase bekommt. Ich weiß auch nicht, was die Natur sich dabei bedacht hat, dass die Nase der tiefste Punkt ist. Wenn Mama trinkt, dann passiert ihr das nie.

Anscheinend macht sie mit der Zunge immer noch irgendetwas anders als wir. Und die Milchbar bei Mama schmeckt immer noch viel besser als das weiße Zeugs in den Näpfen. Außerdem macht Milch doch bekanntlich eine schöne Haut und bei unseren täglichen Milchbädern bekommen wir bestimmt ein super tolles seidiges Fell!

 

31.07.10:

Heute wurden wir entführt! Man hat uns alle der Reihe nach weggetragen und dann auf so einem komischen Untergrund wieder abgesetzt. Er sah aus, wie so eine Mischung aus Liegedecke und Mamas Fell und das Ganze in Grün. Wenn man das Zeug zwischen die Zähne nimmt schmeckt es so komisch. Herrchen meint das wäre Gras, was auch immer das sein soll. Milch schmeckt auf jeden Fall besser. Und dann war da nicht mehr diese blickdichte Umrandung, wie in unserer Wurfkiste, wo man bestenfalls oben herausschauen kann. Nein, da waren so komische silberne Stäbe. Durch die noch nicht einmal der Kopf hindurch passte.

Aber die Aussicht war phantastisch! Man konnte auf einmal unendlich weit schauen. Aber diese komischen Stäbe hätte man wirklich weglassen können. Was macht es für einen Sinn, wenn man weit gucken kann, aber kommt dann nicht dahin. Alle Versuche die Umrandung zum Einsturz zu bringen waren vergeblich, also beschränkten wir uns darauf erst einmal den Innenteil genauer unter die Lupe zu nehmen. Da war ja nicht nur Gras, sondern auch ein paar graue harte Teile, Platten, wie Herrchen meint. Mama murmelte etwas von, wir sollten uns vorrangig darauf aufhalten und schön fleißig darauf hin und herlaufen, dann würden wir uns vielleicht endlich die nadelspitzen Krallen ein wenig ablaufen, die sich sonst immer wie kleine Rasierklingen in ihr Gesäuge bohren, wenn wir  "sanfte"  Milchtritte ausüben.

Aber die Wiese erwies sich letztlich als viel interessanter. Auf dem griffigen Bodengrund konnte man hervorragend toben. Zwischendurch mal kurz an Mamas Milchbar einen kleinen Snack abgeholt und dann ging es weiter. Endlich konnten wir auch Tante Samira  mal  richtig in Augenschein nehmen und sie uns, ohne dass Mama was dagegen hatte.

Als wir nach einer halben Stunde völlig geschafft waren und anfingen uns schlafen zu legen, da haben uns Herrchen und Frauchen wieder in die Wurfkiste zurückgebracht und siehe da, es hatte keiner Mühe mit dem Einschlafen und wir haben so schön geträumt.

01.08.10:

Inzwischen klappt das mit dem Milch schlürfen schon richtig gut. Heute Mittag gab es dann was richtig leckeres, fast genauso lecker, wie Mamas Milch. Als Frauchen die üblichen Schälchen mit Milch hinstellte, lag plötzlich so ein ganz besonderer, unwiderstehlicher Duft in der Luft. Alle Nasen, gingen fast gleichzeitig hoch und schnüffelten in Richtung Schälchen. Dann stürzten wir alle los und betrachteten das komische braune Etwas.

Magic, als der größte Hungerleider, wurde dann als Vorkoster auserwählt (er konnte sich sowieso schon kaum noch zurückhalten). Alle betrachteten ihn kritisch, aber ihm schien es wohl zu bekommen. Also stürzten wir uns auch alle drauf. Es war einfach nur lecker und es machte so richtig schön satt.

Heute durften wir wieder unseren Ausflug in den Garten machen. Dieses Mal sind wir alle direkt losgerannt und haben gespielt. Frauchen hat zwischendurch neben uns so ein paar zappelige Tücher an ein Seil gehängt, die sich dann hin und her bewegt haben (Frauchen sagt dazu "Wäsche aufhängen). Nach kurzer Begutachtung, was sie diesmal wieder für einen Unsinn betreibt, haben wir uns dann wieder unseren Tobereien gewidmet, bis wir so müde wurden, dass wir unser erstes Schläfchen unter freiem Himmel gemacht haben.

 

02.08.10:

Heute hat Frauchen uns zum zweiten Mal vorbeugend entwurmt. Sie hat die Tablette in Quark getunkt und dann ganz tief in unsere Mäulchen geschoben. Als wir sie völlig klaglos hinuntergeschluckt haben war sie ganz baff. Nur mit dem Nachschub an Quark, den wir im Gegenzug verlangten, hat sie sich geziert. Daraufhin hat Alasca, die die letzte Tablette verpasst bekommen hat, versucht ihre unauffällig im Milchnapf zu versenken, aber Frauchens Gehör schien noch ganz auf Vordermann zu sein. Dabei sagt man immer, die Menschen würden so schlecht hören.

Wir dürfen jetzt immer im Wechsel, immer einer alleine, kurze Streifzüge durch das Haus machen. Auserwählt werden immer die, die sich zuvor gut entleert haben. Frauchen will damit bezwecken, dass wir die Wohnung gar nicht erst als Ort für Ausscheidungen abzugeben auswählen; als ob wir das nicht wüssten. Da geht es dann über verschiedene Bodenuntergründe, wie hochglänzende polierte Marmorplatten sowie Granitplatten, über Korkböden, Parkett und Teppich. Wir beeindrucken dann immer alle Bewohner mit unserer neugierigen, forschen Art. Frauchen passt immer auf, dass wir nicht hinter irgendwelchen Möbelstücken verschwinden. Sie hat bloß Angst, dass wir ein paar vergessene staubige Ecken ausfindig machen könnten. 

Als wir heute im Garten waren, hat Frauchen eine große dünne Abdeckfolie direkt neben uns abgelegt. Bei jedem Windzug bauschte sie sich auf und fiel dann wieder in sich zusammen. Frauchen guckte schon ganz gespannt, wie wir reagieren und war dann schon fast enttäuscht, dass wir das nur zum Gähnen fanden. Kurz darauf haben wir uns zum Schlafen gelegt, während Herrchen daneben die Bretter für unseren neuen Innenauslauf zu Recht schnitt und dann zusammenzimmerte.

 

03.08.10:

Heute ist Frauchen uns mit so metallischen abgerundeten Stacheln durchs Fell gefahren. Das sah erst gefährlich aus, hat aber überhaupt nicht wehgetan. Wenn man ehrlich ist, war es sogar sehr angenehm. Noch besser wäre es gewesen, wenn Frauchen uns diesen "Kamm" (so nennt sie das komische Ding) uns zum beknabbern dagelassen hätte. Schließlich hat sie doch auch ein Interesse daran, dass wir das Zahnen endlich abschließen, denn ein paar von den Backenzähnen fehlen noch.

Herrchen hat soeben noch die Türen an unserem neuen Innengehege angebracht. Morgen ist dann endlich der Umzug!

 

 

Fortsetzung unter:   Raven's Tagebuch - 4 - 7 Wochen

 

 

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(Father of our B-litter and C-litter)

 

"Heatherland's Royal Flush"

 

Geb. 18.07.2010              Pure Sable / White            65 cm           30 kg

 


MDR1 +/+       DM +/+      CEA +/-       PRA +/+      GCS +/+     DMS: Aa bb

 

DOK: CEA/PRA/KAT frei                           HD A  (frei)

 

 

  AKV 1,0                      95,31% American Lines

 

 

Vollzahniges Scherengebiss

 

 

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Wir danken Yvonne Massafra ganz herzlich, dass sie uns "Flush" zur Verfügung gestellt hat!

 

 

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