Q-Wurf

 

30.03.2026   -   1 Woche

Unser ganzer Körper ist nicht nur deutlich kräftiger geworden, sondern auch ein Stück länger, samt unserer Köpfe. Unsere Schlafphasen werden immer länger oder anders ausgedrückt, unser Magen nimmt immer größere Mengen an Muttermilch auf und unser Darm verdaut sie immer effektiver, so dass die Zeit bis zur nächsten Nahrungsaufnahme von Tag zu Tag ein wenig länger wird. Dafür können wir mit unseren prallen Bäuchlein gemütlich etwas länger schlafen und uns der Traumwelt hingeben. Die Zweibeiner schmunzeln immer, wenn sie unsere Beinchen zucken und aus unserem halboffenen Mündchen die schon fertig zum Umschließen der Zitze geformte Zunge leicht herausschauen sehen und unser Gegluckse hören, was gibt es schöneres als von dem nächsten Zaubertrunk an Mamas Milchbar und den erfolgreichen Run dorthin zu träumen.

Sonst haben wir ja auch noch nicht so viel erlebt in den ersten Lebenstagen. So brauchen wir selbst im Schlaf nicht auf das Wohlgefühl der herabrinnenden Milch zu verzichten. Wir schlafen immer öfter mal weiter verteilt und nicht mehr so dicht beieinander. Anfangs haben wir vorwiegend dicht im Knäul an Mamas Gesäuge gelegen, inzwischen suchen sich die meisten von uns eher ein ruhiges Plätzchen. Manchmal liegen wir dicht an unsere Mamas gekuschelt, aber auch immer öfters etwas weiter weg, jedoch noch überwiegend im Kontakt mit unseren Geschwistern. Mit zunehmendem Fellwachstum kühlen wir jetzt nicht mehr so leicht aus, brauchen aber noch weiter ausreichend Wärme von außen, damit wir keinen Schaden nehmen. So ist auch immer wer von den Zweibeinern bei uns und Frauchen schläft nachts auf ihrer Matratze gleich neben bzw. was man so schlafen nennt, wenn man immer Obacht gibt.

Die speziellen VetBed Unterlagen, auf denen wir liegen sind so konzipiert, dass Feuchtigkeit und Flüssigkeiten gleich nach unten ablaufen, so dass wir immer trocken und warm liegen. Sie müssen aber trotzdem immer wieder ausgetauscht und heiß gewaschen werden samt den Unterlagen darunter, so dass alles hygienisch bleibt. So werden wir rund um die Uhr weiter von allen liebevoll umsorgt und sind so völlig zufrieden und tiefenentspannt. Und machen das, was in den ersten beiden Lebenswochen, vor allem aber in der ersten zählt, einfach schlafen und trinken im Wechsel und zwischendurch versäubert von unserer Mama. Und danach einfach schlafend von der Zitze fallen, weich gebettet auf den Geschwistern ist auch ein schöner Liegeplatz, wie hier Melody auf dem linken Bild:

Das heißt aber nicht, dass es bei uns ganz still ist. Mit unserer Geburt geht es los, dass man von uns stets irgendwelche Geräusche hört.  Es wird so gut wie alles irgendwie kommentiert. Jedes Umbetten, wenn Mama uns sauber macht, es finden sich stetig Anlässe, die Welt wissen zu lassen, dass wir nun neue Erdenbürger sind. Auf der Suche nach der Zitze, beim Trinken selbst und sogar im Schlaf. Vor allem im Traum hört man schon den ein oder anderen leisen Beller. Unsere Stimmchen werden dabei zunehmend melodischer. Die glucksartigen Trinkgeräusche werden lauter und immer öfter mit einem wohligen Stimmlaut unterstützt. Wenn wir einschlafen und man genau hinhört, dann hört man auch öfters einen leisen Singsang, manchmal eher wie ein Summton. Die Zweibeiner vermuten, dass wir damit auch ohne fertiges Gehör schon miteinander kommunizieren können, durch die feine Vibration. Dazu gibt es alles Mögliche, vom wohligen Brummen, über Stöhn Geräuschen, bis zu ab und an vorfreudigen Ruflauten (auf dem Weg zur Zitze) und selten auch mal etwas lauteren protestierenden Stimmlagen, wenn Mama uns auf dem Weg zur Milchbar abfängt und meint erst unbedingt noch sauber machen zu müssen, wo wir doch sooo einen riesigen Hunger habe. Oben links und unten rechts sieht man schön, wie wir vom Trinken träumen mit schön gerundeter Zunge, zum Umfassen der Zitze und unten rechts bei Melody sogar noch mit Milchtritt, wie man schön an den ausgestreckten Vorderläufen samt hochgestreckten Pfoten vornes sieht und durchgedrückten Hinterläufen, zum Abstemmen vom Boden. Und auf den mittleren Bildern sieht man erstes Komfortverhalten, das Gähnen bei Galaxy:

Wir lieben es wenn Frauchen und Herrchen kommen, um uns zu streicheln. Wohlig strecken wir uns dann aus und schmiegen uns an die großen Hände an. Ganz entspannt lassen wir uns dann vom Scheitel bis zur Sohle verwöhnen. Sie meinen, dass das wichtig ist, damit wir früh ein enges positives Verhältnis zu Menschen aufbauen und uns auch später wie selbstverständlich überall anfassen lassen. Die positive Verknüpfung findet auch schon statt, wenn sie uns einsammeln, wenn wir uns mal allzu weit entfernt haben. Wenn Mama uns „retten" kommt, dann ist das während des Säugens nicht immer die beste Idee, da dann die anderen Welpen alle abfallen die an den Zitzen angedockt haben. Aber je älter wir jetzt werden, desto weniger „schlimm" ist es, wenn mal wer auf Abwege gerät. Im Gegenteil, wir lernen jetzt schon „Frust" auszuhalten und uns mal zu gedulden, bis wir an die Zitze kommen. Und auf der anderen Seite baut es unser Selbstbewusst sein im positiven Sinne auf, wenn wir erfolgreich zum Gesäuge und Zitzen finden. Im Schlaf wird jetzt auch mal mehr hin und her gerollt, wie hier bei Quaterback unten links:

So achten unsere Züchtereltern darauf, dass sie keine Helikopter Eltern sind. Es ist wichtig, dass wir uns auch selbst ausreichend bewegen und unsere Erfolgserlebnisse haben. Würden wir immer an die Zitzen getragen, dann können sich keine Nerven, Muskeln, Sehnen und der weitere Skelettapparat ausreichend gut entwickeln. Genauso wie Babys robben und krabbeln dürfen, brauchen wir das auch. Zudem haben wir so auch unsere Erfolgserlebnisse, wenn die Zitze gefunden ist und es zur Belohnung Mutters vorzügliches Milchgetränk gibt. Das kommt auch der Entwicklung des Gehirns zu Gute. In der Natur sind die Liegehöhlen deutlich enger, aber so ist es viel hygienischer, auch für unserer Mama, die sich mal umlegen kann und gut strecken. Hier kann man schön sehen, wie Galaxy die Zitze umfasst:

Stimulationen von Hirn und Nervenbahnen bringt auch das zweiwöchige Bio Sensor Programm mit sich, bei dem jeder von uns ein paar wenige Sekunden dauernde Übungen macht, im Beisein von unserer Mama. Ähnlich, wie unsere Mama das schon mal bei unserer Versäuberung macht, wenn wir bereits an der Zitze angedockt haben und sie uns einfach hochklappt auf ihren Rücken, um dann gut an unser Hinterende dranzukommen. So werden wir hier von unseren Zweibeinern kurz mit dem Kopf nach oben, dann nach unten und in Rückenlage gehalten. Ein Q-Tipp stimuliert die Unterseite der Pfoten am Übergang zu den Zehen. Und dann geht es noch kurz auf ein Kühlschrank-kühles und leicht feuchtes Tuch. Studien aus den USA haben gezeigt, dass Welpen, die dieses Programm mit milden Stressoren durchlauen haben, sehr viel stressresistenter und gelassener sind. Sie machten in der Ausbildung weniger Fehler, können Problemstellungen besser lösen. Zudem ist es laut Studie auch förderlich für die Gesundheit von Herz, Nieren und dem Immunsystem. Der träumende Quaterback hier querliegend nach dem Trinken:

Unsere Mama liebt es bei uns zu liegen und ist weiter nur schwer dazu zu bewegen mal hinauszugehen, um sich zu lösen. Aber wir werden auch immer selbstständiger. Unsere Bewegungen werden immer zielgerichteter und finden so auch schneller unsere Mama. Wir wissen unser Ortungssystem mit den pendelnden Kopfbewegungen Richtung der Wärmequelle Gesäuge immer besser zu nutzen. Es ist auch weiter wichtig, dass wir nicht in der Ferne verloren gehen. Da wir noch vergleichsweise schnell auskühlen können und dabei unnötig viel Energie verlieren. Ausgekühlt können wir uns leicht Keime einfangen. Wir sind da sowieso noch empfindlich, da unsere Körpertemperatur noch bei ca. 36°C liegt. Darum gibt es in den ersten 4 Lebenswochen auch eine Art häusliche Quarantäne ohne fremde Besucher für uns Welpen. Schlafstellungen von vorgestern:

Inzwischen fangen wir erstmalig an zu interagieren mit unserer Mama, während sie unser Köpfchen dann liebevoll leckt, strecken wir unseren Kopf jeweils in ihre Richtung mit weit aufgerissenem Mäulchen (schaut fast aus als ob wir freudig lachen). Und auch das erste Komfortverhalten wird gezeigt, sprich Verhalten, was nicht überlebenswichtig ist, und eher einen Luxus darstellt, da hier Energie verbraucht wird ohne direkten Nutzen. So wird erstmalig gegähnt, auch wenn Frauchen es noch nicht geschafft hat es auf einem der Bilder festzuhalten, weil sie da bislang nicht schnell genug war.  Gähnen ist aber auch ein Element der späteren deeskalierenden Kommunikation, so üben wir schon früh für die Zukunft.

 

27.03.2026   -   4 Tage

Inzwischen haben wir weiter sehr kräftig zugenommen, im Schnitt ein Viertel unseres Geburtsgewichts!

Unsere Mama gibt uns Wärme und Schutz. Sie ist rund um die Uhr bei uns, um uns zu versorgen. Das geht soweit, dass die Zweibeiner sie anfangs fast zwingen müssen, damit sie sich kurz lösen geht. Die Zweibeiner machen dann kurz die Rotlichtlampe an, damit wir nicht auskühlen und legen noch ein Tuch über uns, so dass die Luft nicht austrocknen kann durch die Lampe und wir uns wohlbehütet fühlen, bei gleichmäßiger Wärme. Denn wir sind noch auf ständigen engen Kontakt mit unserer Mutter angewiesen, denn es dauert noch, bis wir unsere Körpertemperatur selber regeln können. Sie wird von der Hirnanhangdrüse gesteuert und ist erst mit etwa einem Monat voll funktionstüchtig.

Direkt nach der Geburt konnten wir noch auf speziell angelegte Fettdepots zurückgreifen, die dafür sorgen, dass wir ohne zu zittern einen gewissen Anteil Wärme produzieren können, unterstützt von den sogenannten Mitochondrien (kleinen körpereigenen Minikraftwerken). 

 

Unsere inneren Organe sind noch jungfräulich bei der Geburt. Die Lunge entfaltet sich erst mit dem ersten Atemzug. Leber und Niere wurden im Mutterleib noch nicht benötigt und beginnen erst in den Tagen nach der Geburt sich auf ihre zukünftige Arbeit einzustellen. Die Nieren dienen zwar schon der Ausscheidung, aber ihre zukünftige Aufgabe der Filtration können sie erst nach knapp einem Monat sicher wahrnehmen. Die Leber nimmt auch erst nach der Umstellung unseres Blutkreislaufs ihre zukünftige Aufgabe der Reinigung, nach und nach wahr. Nachdem die Nabelschnur durchtrennt ist, ändert der Blut- und Herzkreislauf seinen Weg. Die bisher nur für die Blutbildung zuständige Leber wird erst jetzt richtig mit in den Stoffwechsel eingebunden. Erst wenn alles funktioniert werden wir auch unempfindlicher gegenüber Schadstoffen. Das vor der Geburt, in der Leber gespeicherte Glykogen, dient in den ersten Stunden nach der Geburt als wichtige Energiequelle, ist aber spätestens nach einem halben Tag aufgebraucht.

Auch die Milch, die wir aufnehmen, hält noch nicht lange vor. Sie wird vergleichsweise schnell wieder ausgeschieden, so dass die Gefahr der Dehydrierung bei Welpen besteht, die nicht ständig neue Milch aufnehmen können. Aber da haben wir ja Glück mit unserer Mutter, die uns bestens ad libitum versorgt! Nach jedem Aufwachen und nach jeder Mahlzeit, regt Mama mit ihrer Zunge unsere Verdauung an, in dem sie uns vom Bauch an abwärts beleckt. Das ist wichtig, da die Nervenbahnen noch nicht so weit entwickelt sind, dass wir Blase und Darm selbständig entleeren können. So nimmt unsere Mutter alle Ausscheidungen auf und sorgt dafür (neben unserem Frauchen), dass wir ständig ein sauberes Lager haben.

Unsere Zweibeiner sind wieder voll des Lobes, was für ein schöner ruhiger und zufriedener Wurf wir doch sind. Was auch sonst? Unsere Mama umsorgt uns so liebevoll, dass es uns wirklich an nichts mangelt. Sie weist uns auch gleich den Weg, wenn wir mal Gefahr laufen uns zu verirren. Mit lang ausgestrecktem Hals und Kopf versperrt sie falsche Wege und schiebt uns sanft aber bestimmt in die richtige Richtung. Ansonsten hilft ein kleiner Stubser mit ihrer Nase. Sie machen das so prima!!!

 

25.03.2026   -   2 Tage  (36 Stunden)

Wir haben schon prima zugelegt in der kurzen Zeit, gut ein Achtel unseres Geburtsgewicht (auch wenn in der Literatur steht, dass Welpen anfgang auch gerne erst noch an Gewicht verlieren, bevor sie langsam wieder zulegen): 

 

Während wir am ersten Lebenstag noch fast ununterbrochen getrunken haben, beginnen wir nun damit, nach jeder Mahlzeit erst einmal ein kleines Nickerchen zu machen. Zurzeit sind wir aber trotzdem noch vergleichsweise viel wach, da unsere Organe noch zu unausgereift sind, um die Muttermilch optimal verwerten zu können und Reserven schaffen zu können. Darum müssen wir in recht kurzem Abstand immer wieder neue Nahrung aufnehmen. Mit zunehmender Optimierung werden die Abstände zunehmend länger werden und dann verschlafen wir erstmal noch ca. 90% des Tages. Als sogenannte Nesthocker sind viele wichtige Organe noch nicht fertig ausgebildet. So sind wir unbedingt noch auf die Hilfe unserer Mutter angewiesen, die wirklich fürsorglichst für uns sorgt. Dass wir blind und taub zur Welt gekommen hat durchaus seinen Sinn, denn warum sollten wir uns in den ersten Lebenstagen schon kümmern, wenn irgendwo Drumherum etwas los ist. Trinken und Schlafen im Wechsel, das reicht völlig aus. Alles andere würde nur unnötige Energievergeudung bedeuten.

Würden wir draußen in der Natur groß werden, macht unser Nesthockerdasein noch mehr Sinn. Denn würden eventuelle Feinde uns ausmachen, sind wir mit unserem derzeit nur kleinen möglichen Aktionsradius recht sicher. Denn Weglaufen wäre momentan sowieso noch keine Option, da unsere Motorik noch stark eingeschränkt ist.  Denn momentan bewegen wir uns noch eher krabbelnd fort, wobei unsere Hinterbeine schon jetzt einen kräftigen Schub zeigen und auch mal den Körper kurzzeitig hochstemmen können. Unsere Muskeln reagieren bevorzugt mit Beugereizen. Streckreize, die Grundvoraussetzung zum Stehen sind, folgen erst später. Wir robben wir eher mehr durch die Gegend. Aber wir können uns mit dem Vorderkörper auch schon aufrichten. Denn nur so kommen wir auch an die überlebenswichtigen nötigen Zitzen. 

Das heißt aber nicht, dass wir hier nur phlegmatisch herumliegen. Erwärmt vom Trinken und jetzt wo Mama zur Selbstreinigung noch eine etwas erhöhte Körpertemperatur hat, wird es uns auch schon mal zu warm, so dass wir anfangen Ruheplätze zu finden die nicht mehr ganz so dicht an Mamas Bauch sind, wie z.B. zwischen Vorderläufen und auch sehr gerne hinten an den sogenannten Hosen, den Fellpuschen an den Hinterbeinen. Manchmal krabbeln wir auch einfach ein Stück hoch und kommen auf ihrem Rücken zu liegen. Und sobald wir abkühlen legen wir uns wieder dicht ans Gesäuge. Unsere kugelrunden Bäuchelchen sind über Nacht noch dicker geworden, denn wir haben schon gut zugelegt. Die Reste von der Nabelschnur an unserem Bauchnabel beginnen heute bei allen abzufallen, nachdem sie schön eingetrocknet sind. 

Beim Trinken fangen die ersten von uns an mit ihrer Rute hin und her zu wedeln, man könnte schon fast von einem Vibrato sprechen, sobald die Milchquelle erfolgreich sprudelt. Zuvor müssen wir erst einmal andocken und pumpen. Dabei umschließen wir mit unserer großen Zunge samt Mund die Zitze und ziehen sie vor uns zurück. Es sieht fast aus wie Liegestützen, denn gleichzeitig führen wir Beugebewegungen mit unseren Vorderbeinen aus, um uns abzustützen.

 

23.03.2026   -   Geburt

Nach 2 Monaten in Mamas Bauch war es Zeit die Welt da draußen zu entdecken. Dabei war es perfekt in da drinnen, wie in einem Wellness Hotel mit 24h Service. Rund um die Uhr waren wir perfekt versorgt mit allem was wir brauchten, sei es Nahrung oder ideale Umgebungstemperaturen. Nur der Platz wurde so langsam eng, denn das Purzelbäume schlagen fiel zunehmend schwerer, weil man immer irgendwo aneckte. Auch die Gliemaßen ließen sich nicht mehr so richtig strecken und beim Kicken kamen wir immer mehr an räumliche Grenzen. Wie immer hielten sich die Jungs zurück, als es darum ging den ersten Schritt zu tun. So übernahm "Quiet Melody" die schwierige Aufgabe sich als erstes durch die Geburtswege zu zwängen. Unterstützt von Mamas Wehen löste sich ihr bisheriges zu Hause (2 Fruchthüllen) von der Gebärmutterwand (Gürtelplazenta) und sie machte sich, in ihrem Inneren weiter gut geschützt, auf den Weg. Beim Eintritt ins Becken riss die äußere Fruchthülle und der Inhalt half den weiteren langen Weg gleitfähiger zu machen. So robbte sie weiter vorran im Einklang mit den Wehen.

Am Schluss gab es noch eine enge Kurve und dann endlich ging es hinaus. Die Türe hier hätten sie ruhig breiter machen können. Aber die Natur hatte sich was dabei gedacht, denn mein Brustkorb wurden hier nochmal zusammengepresst und beim wieder Auseinandergehen, sog sich automatisch zum ersten Mal Luft in die Lungenflügel (nach sofortigem Öffnen der 2. Fruchthülle am Mäulchen), so stark, dass sie sich entfalten konnten. Dort angekommen baute sich ein starker Druck auf (der nur einem Bruchteil der Atmung eines Erwachsenen entspricht), dass sich die bisherige Flüssigkeit mit einem Mal entleeren konnte. Ein wahres Wunder der Natur. Und damit das auch niemand verpasst, untermalt von einem kurzen Laut, wie bei den meisten Neugeborenen. Von da an scheinen unsere Stimmchen erst mal nicht mehr still zu sein. Die Zweibeiner sind immer wieder aufs Neue fasziniert, wie sehr sie in den ersten Lebenswochen denen menschlicher Babys ähneln in allen Belangen. Nur dass wir weniger Anlass zum Weinen haben, aber viele zum Summen, Brabbeln und Glucksen beim Trinken. Früh übt sich der mitteilsame Collie.

 

Draußen angekommen kamen wir jeweils gleich in den Genuss von Mamas angenehm warmer Zunge, die uns nicht nur fürsorglich sauber leckte, so dass unser Kreislauf und die Atmung weiter angeregt wurden. Eine wahre Wohlfühlmassage, die dafür sorgte, dass es uns gleich ein ganzes Stück wärmer wurde. Dann hat Mama das Anhängsel an unseren Bäuchen, genannt Nabelschnur, gleich nachdem sie uns ausgepackt hatte, gut zerkaut. So konnte sie alleine mit ihren Zähnen die Blutzufuhr einstellen (wozu Operateure extra Klemmen brauchen), so dass auch kein Blut oder anders gesagt kostbarem Lebenssaft, aus unserem Nabel heraustropfen konnte. Dann durchtrennte sie die Nabelschnur vollends und wir waren frei, um die Welt zu erobern.

 

Magisch angezogen von Mamas Bauch, der so viel Wärme abstrahlte, mussten wir uns doch noch kurz gedulden. Denn unser Züchterfrauchen, was wir schon von den Streicheleinheiten an Mamas Bauch kannten, hob uns auf die nebenstehende Waage und war stolz auf unsere kräftigen Geburtsgewichte, bei allen um die 400g! Zurück bei Mama, konnte uns aber nichts mehr abhalten instinktsicher zügig vorwärts zu robben Richtung Gesäuge und richteten uns mit unseren Beinchen gleich auf, um an die Zitzen zu gelangen. Wozu hatten wir sonst schon so lange im Mutterleib trainiert mit Muskelaufbau und Stärkung der Sehnen, während wir "liebevoll" Mamas Bauch von innen mit unseren Tritten massierten. Aber nun konnten wir uns endlich an der köstlichen nährstoffreichen Milch (Kolostrum) erlaben. Es ist wohl so, wie wenn die Zweibeiner eine heiße Suppe zu sich nehmen, die wärmt dann auch schön von innen heraus, so lecker! Und auch der uns bis dahin immer begleitende kraftvolle rhythmische Herzschlag unserer Mama war wieder spürbar, wenn auch viel weit entfernter. Und mit jedem hinzu kommenden Geschwister wurde es noch angenehmer, da ein jeder auch nochmal Wärme abstrahlte, so bildeten wir eine Art dichte Schicht an Mamas Gesäuge und sogen nicht nur ihr Gesöff ein, sondern auch ihre wunderbare Wärme. Einfach schön hier auf Erden!

Wir haben ganz tolle Mama, die liebevollst für uns sorgen, so wie es einst ihre Mütter für sie gemacht haben:

Beim Anvisieren der Zitzen machen wir großräumige Pendelbewegungen mit unseren Köpfchen und nehmen so quasi Fährte auf. (Was es auch fast unmöglich macht scharfe Einzelbilder hinzubekommen). Dabei bewegen wir uns grundsätzlich nur kreisförmig, mit seitwärts gestrecktem Hals, wenn wir weiter weg sind, was verhindert, dass wir verloren gehen. So können wir die Wärme, die unsere Mama abgibt mit Hilfe unserer Sensoren einfacher  aufspüren. Bei ihr angelangt, müssen wir trotz unserer noch geschlossenen Äuglein, nun auch noch das Gesäuge und die einzelne Zitze finden. Das Gesäuge ist nach außen hin der wärmste Ort von Mamas Körper und hebt sich so ab. Und der Bereich um die Zitzen ist besonders dünnhäutig und gut durchblutet, so dass wir auch diese schnell ausfindig machen können. Und ein jeder, der eine Zitze fand; wurde fürstlich mit warmer köstlicher Kolostralmilch belohnt. Einfach lecker!

Kolostrum nennt sich diese erste köstliche, leicht gelbstichige "Erstmilch", denn sie enthält, im Gegensatz zur späteren Milch, in hoher Konzentration für uns überlebenswichtige Nährstoffe, wie Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe, sowie Enzyme, Hormone und Antikörper. So sorgen unsere tollen Mamas gleich für unseren Schutz, sollte sich doch einmal ein Krankheitskeim unerlaubt unserer Truppe nähern. Denn unser Magendarmtrakt ist im Moment noch völlig schutzlos. Das hat den Vorteil, dass die kostbaren Inhaltsstoffe der Kolostralmilch weitestgehend unverdaut durch die Darmwand direkt von unserem Körper aufgenommen werden können. Denn nur so können sie ihre Funktion beibehalten, wie z.B. die Antikörper und Hormone. Nach spätestens 24 Stunden bildet sich im Darm, die für die Verdauung wichtige Schutzschicht aus. Eine Barriere für alle Schadstoffe, aber auch eine für die Inhaltstoffe des Kolostrums. Aber die Natur hat es so eingerichtet, dass diese vorrangig eh nur gleich nach der Geburt konzentriert im Kolostrum zur Verfügung stehen und dann im Tagesverlauf immer weiter abnehmen.

 

Kräftige Welpen wie wir konnten gleich innerhalb der ersten Stunden, in denen die Konzentration noch am höchsten war, reichlich der wichtigen Inhalte aufnehmen und über den Darm in unseren Körper befördern. Kolostrum ist auch weniger fetthaltig, wie die sich anschließend bildende Milch. Die Bakterien zur Besiedlung der Darmflora nehmen wir schon im Rahmen der Geburt auf von unserer Mutter. Auch die Schutzschicht im Magen muss sich erst entwickeln. Erst wenn sie da ist, kann auch die Salzsäureproduktion losgehen, die dort für eine effektive Verdauung sorgt und uns gegen eindringende Keime schützt. Aber es dauert wohl ganze drei Wochen lang, bis dann wirklich der pH-Wert von Neutral ins Saure gefallen ist. Bis dahin sind wir noch besonders empfindlich gegenüber Keimen. Auch Zähne haben wir noch keine, denn ansonsten wären Mamas Zitzen nur unnötig Verletzungsgefahren ausgesetzt werden. Die Milch können wir zum Glück ja auch ohne Zähne schlucken, so wie die Natur es sorgsam vorgesehen hat.

 

Q-Wurf

 

Home